Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973802
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Politische 
Gemälde 
ausgeführten Schilderungen des guten und schlechten Regiments 
gehören, und zwar vielleicht als dasbedeuteildste dieserArt, hier- 
her. Zuweilen bediente man sich aber auch der Malerei zu vor- 
übergehenden politischen Zwecken. S0 liessen die nach der Ver- 
treibung des Herzogs von Athen im Jahre 1343 eingesetzten 
städtischen Behörden von Florenz an zwei Stellen allegorische 
Gemälde ausführen, welche den Hass des Volkes gegen diesen 
Emporkömmling ausdrücken und nähren sollten. Das eine, wel- 
ches sich im Palast des Podesta befand, kennen wir nur durch 
Vasari, der es dem Giottino zuschrcibt; der Herzog und seine 
bekanntesten Anhänger waren darin unter der Gestalt wilder 
'l'hiere mit Anspielung auf ihre Eigenschaften oder Namen dar- 
gestellt. Das andere ist noch erhalten, aber mit dem Gebäude in 
Privatbesitz übergegangen 1') und giebt eine ausführlichere Alle- 
gorie. Man sieht darauf nämlich den Palast der Signoria und da- 
vor auf der einen Seite eine thronende Heilige, wahrscheinlich 
Santa Reparata, die Schutzheilige von Florenz, vor der mehrere 
floreiltinische Ritter knien, denen sie die amtlichen Fahnen über- 
giebt. Auf der andern Seite stürzt der Herzog von Athen von 
einem Engel verfolgt zu Fuss in übereilter Flucht dahin, wobei er 
ein Buch, ein Schwert und eine Waage, sowie seine Fahne, alles 
Zeichen der ihm anvertrauten obrigkeitlichen Gewalt, verliert. Die 
Ausführung ist ohne besondern W erth in mehr handiverklichem 
Style giottesker Schule. 
Wiederholt bediente sich Cola di Rienzi dieses phantasti- 
schen Mittels zur Erregung der Leidenschaften des Volkes, mei- 
stens mit sehr ausgeführten Allegorien. Gleich am Anfange sei- 
ner Laufbahn liess er am Stadthause zu Rom ein stürmisch be- 
wegtcs Meer malen, auf welchem Roma, ein WVeib in 'l'rauer- 
kleidern mit aufgelöstem Haare auf einem bereits seiner Masten 
beraubten, dem Untergange nahen Schiffe kniete, während man 
in der Tiefe der Fluthen mehrere gesunkene Schiffe wahrnahm, 
an denen man die Namen Babylon, Troja, Karthago und Jerusa- 
lem nebst der Bemerkung las, dass diese Städte durch Ungerech- 
 Das ehemalige Schuldgefängniss (le Stinche) in Fantozzfs 
als Casamento Faldi aufgeführt. Eine Abbildung in dem Almanach: 
stratore Fiorentino per Panno 1840. 
Guida 
L'illu-
        

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