Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973753
in 
Verona. 
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Die Ausführung ist ohne hervorragende Vorzüge, die Figuren 
sind genreartig, nicht ohne Anmuth und Humor, aber doch ohne 
grosse Schönheit und Tiefe, meist von zu kurzen Verhältnissen. 
Die ltlodellirung ist sehr weich und lässt vermuthen, dass die 
Zeit der Ausführung schon an das Jahr 1400 heranreicht. 
Verona ist, wie schon bemerkt, nicht so glücklich, so umfas- 
sende grossartige Werke, wie Padua, zu besitzen, welche den 
Namen ihrer Urheber im Gedächtniss erhalten mussten, und dies 
erklärt es wohl, dass es so sehr an einheimischen Nachrichten 
über die Meister dieser frühern Zeit fehlt. Vasari spricht 
zweimal von einem Stephnnus, der ein Schüler des Angelo Gaddi 
und der Gründer der hiesigen Schule gewesen sei; aber die mei- 
sten Werke, welche er ihm zuschreibt, gehören dem sehr viel 
jüngeren Stefano da Zevio, der noch 1476 malte, so dass wir 
von dem ältern Stephanus, wenn er wirklich existirt hat, nichts 
Sicheres aufweisen können  Inschriflliclte Künstlernamen fin- 
den wir nur zwei Mal, auf einem Altarwerke in der Pinakothek 
von Verona mit dem Mittelbilde der 'l'rinität giebt die Inschrift 
nebst der Jahreszahl 1360 den Namen eines gewissen Turo, und 
auf einem grossen, die Kanzel in S. Fermo umgebenden Wand- 
gemälde, welches Propheten, Evangelisten, Kirchenväter, Welt- 
weise (Seneca und Boethius), also gleichsam alle gelehrten Quel- 
len des Kanzelredners in einzelnen Bildern darstellt, will man die 
Inschrift: Opus Martini gelesen habeiridc). Aber beide Werke 
sind Weder sehr schön, noch für die Geschichte der Schule lehrreich. 
Um diese kennen zu lernen, sind wir daher ausschliesslich 
auf die freilich fast zahllosen und noch täglich durch neue Auf- 
deckungen vermehrten Wandgemälde der Veroneser Kirchen an- 
gewiesen. Allerdings sind diese durchweg vereinzelte Stiftungen 
der Privatfrümmigkeit, Votiv- und Grabesbilder, meistens flüch- 
tige und schwache Arbeiten, unter denen sich dann aber doch 
auch eine Reihe von erfreulicheren Werken findet, welche durch 
 Näheres darüber in meinem Aufsatze in den Mittheil- d. K. K. 
Oentral-Oomm. 1860 S. 7 ff. 
w) Eitelberger m den Mitth. a. K. K. 0.-comm. II- 220 Nw- 3- Man 
nimmt an, dass ein Mönch Fra Martino der Maler gewßßen- Ich habe die 
Inschrift nicht entdecken können. 
VII. 34
        

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