Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973673
Altichieri 
und 
Avanzo. 
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völlig in dieser Form, sondern als Beinamen, nämlich als Jacobns 
Avantii von sämmtlichen ältern Berichterstattern über paduanische 
Malerei erwähnt und entweder mit dieser Kapelle oder doch mit 
dem bei den verwandten Malereien der Felixkapelle angeführten 
Altichieri in Verbindung gebracht wird. Freilich weichen sie in 
ihren Angaben von einander ab. Savonarola, ein padnaner 
Schriftsteller des XV. Jahrhunderts , und ebenso ein gewisser 
Riccio, den der Anonymus des Morelli citirt, schrieben die Georg- 
kapelle, also grade die, in der die Inschrift des Avancius v0r- 
kommt, dem Altichieri, die Felixkapelle aber, bei der wir jetzt 
durch die Urkunde wissen, dass Altichieri sie gemalt, dem Ja- 
copo Avanzi zu. Hieronymus Campagnola, der Verfasser einer 
lateinischen Epistel über padnanische Malereien vom Anfange des 
XVI. Jahrhunderts, die wir nicht mehr selbst besitzen, die aber 
von jenem unbekannten Kunstkeilner des Morelli und von V asari 
benutzt und theilweise excerpirt ist, hielt dafür, dass beide Mei- 
ster an beiden Kapellen mitgewirkt hattenr), was dann mit je- 
nen urkundlichen Nachrichten wohl vereinbar ist, da Altichieri 
Försters erste Lesart bestätigen, wird dieselbe als feststehend angenommen 
werden können. Vergl. Förster in dem angeführten Werke Taf. XII. und 
im Kunstbl. 1838 S. 22 und Gonzati a. a. 0. 
1') Der Anonymus referirt diese Ansicht des Campagnula ganz bestimmt. 
Vasari dagegen erwähnt der Felixkapelle gar nicht und hat auch bei der 
Georgskapelle seinen Autor falsch verstanden. Es schreibt nämlich ihre 
Malereien drei Malern, dem Jacopo Avanzi, dem Altichieri und endlich 
einem Sebeto da Verona zu, von dem niemand ausser ihm spricht. Da 
er selbst an einer andern Stelle (im Leben des Vittore Scarpaccio VI. 89) 
den Altichieri da Zevio nennt, wonach dieser, den die andern auf uns ge- 
kommenen Nachrichten nur als Veroneser bezeichnen, den Namen dieses 
bei Verona gelegenen Dorfes, seines Geburtsortes, als Beinamen geführt zu 
haben scheint, und da ferner dieser Beiname in dem lateinisch geschriebenen 
Briefe des Campagnola: de Jebeto gelautet haben musste, so ist die schon 
von Lanzi u. A. ausgesprochene Vermuthung, dass Vasari durch ein Miss- 
verständniss des ihm vorliegenden lateinischen Manuscripts statt Altichieri 
de Jebeto Veronensi gelesen haben werde: Altichierio et Jebeto Veronensi, 
sehr wahrscheinlich. Es kommt nachher noch ein zweites Beispiel zur 
Sprache, wo er ebenfalls jenes lateinische Manuscript falsch verstanden hat. 
Seine Vertheilung der Gemälde der Georgskapelle unter diese drei Maler 
ist auch sachlich ganz ohne Werth und zeigt nur, dass er die Kapelle gar 
nicht cder sehr flüchtig gesehen hat.
        

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