Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973648
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Malerei. 
nachdem der Heilige der Königin im Traume erschienen ist, zum 
Kampfe gegen die Saracenen ermuthigt wird. Und so schliesst 
denn das Ganze mit der Schlacht, bei der wir im Vorgrunde den 
König beten, zur Seite sein Heer siegen sehen, die aber im Gan- 
zen doch zu den weniger gelungenen Gemälden dieser Folge 
gehört. Bei diesen kriegerischen flergängen zeigt sich in so fern 
eine Verwandtschaft mit den Schulen von Bologna oder Venedig 
im Gegensatze zu dem florentinischen Gebrauche, dass die Trach- 
ten oft ziemlich phantastisch und die WVaffen zum Theil stark mit 
Silber und Gold verziert sind. 
Die Georgs kapelle ist von dem Bruder jenes Marehese 
Bonifazio, dem Raimundimis de Lupis, wie es scheint schon 1377 
gestiftet, aber erst nach seinem Tode, 1379, und zwar durch eben 
jenen Marchese Bonifazio selbst vollendet, der sich im Jahre 1384 
dazu die Erlaubniss erwirkte. Es ist indessen möglich, dass 
dieser schon früher, vielleicht gleich nach Beendigung der Felix- 
kapelle, in Hoffnung späterer Genehmigung, die umfassende Ar- 
beit beginnen liess. Nicht weniger als zwei und zwanzig zum 
Theil sehr grosse Gemälde bedecken alle Wände des oblongen, 
durch ein 'l'onnengewölbe bedeckten Raumes. Die grade Schluss- 
Wand enthält auch hier über dem Altar zwischen zwei kleeblatt- 
fenstern die Kreuzigung und zwar in ausführlicherer, auch die 
Schächer aufnehmender Composition, und darüber die Krönung 
Mariae, die so in den Raum hineincomponirt ist, dass das Rund- 
fenster der Kapelle einen Theil des Thrones zu bilden scheint.- 
Auf der Eingangswand sind fünf Bilder aus dem Leben der Maria, 
Verkündigung, Anbetung der Hirten, dann die der Könige, die 
Flucht nach Aegypten und die Präsentation im Tempel angebracht. 
Auf den beiden Seitenwänden endlich sind ausser einem grossen 
Votivgemälde, das fast die halbe Tiefe der Kapelle einnimmt, und 
auf dem eine starke Familie,Vater, Mutter und acht Söhne, alle von 
ihren Schutzheiligen begleitet, vor der Madonna knieen, die Le- 
gende des h. Georg in sechs, die der h. Lucia und der h. Katha- 
rina jede in vier Bildern dargestellt?) Eine Uebereinstimmung 
ü) Hier besonders ist auf FörsteHs oben angeführtes Werk zu verweisen, 
welches vollständige Beschreibung sämmtlicher Gemälde und auf acht grossen 
Blättern theils Durchzeichnungen einzelner Köpfe, theils Abbildungen ganzer 
Gemälde giebt.
        

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