Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973595
Padua 
und 
Verona. 
513 
und Wissenschaften auszeichneten. Der Palast der Scaliger, der 
Dante und nach ihm so viele Gelehrte beherbergt hatte, war auch 
mit kunstvollen Gemälden geschmückt, man sah in einem Saale 
die Geschichte der Zerstörung Jerusalems nach Josephus und aus- 
führliche Darstellung römischer Triumphzüge. Noch eifrigere 
Gönner der bildenden Kunst waren die Carraresen, die nicht bloss 
ihre eigenen kirchlichen Stiftungen reich mit Malereien ausstat- 
teten, sondern auch die mächtigen Familien, die sich ihrem Hofe 
anschlossen, zu ähnlichen Unternehmungen 4:) und besonders auch 
die Stadtbehörde dazu veranlassten, dass sie die öffentlichen Bauten 
künstlerisch schmückte, im Palast des Capitanio einen grossen 
Saal mit römischen Geschichten und in der berühmten Sala della 
Bagione des öffentlichen Palastes die gewaltige Wölbung mit 
allegorischen und astronomischen Darstellungen verzieren liess  
Der Sorgfalt dieses Fürstenhauses oder der anziehenden Kraft 
dieser Unternehmungen darf man es zuschreiben, dass sich meh- 
rere fremde, namentlich tlorentinische Maler hier  
Beide Städte wetteiferten miteinander und ergänzten sich, und 
wenn Padua den Vorzug eines feineren durch Gelehrsamkeit ge- 
schärften Sinnes, hatte Verona den einer frischeren freudigern Stim- 
mung. Es entstand daher zwischen beiden ein künstlerischer 
Verkehr und Austausch, welcher gestattet, sie in dieser Zeit als. 
i") In der Kapelle S. Jacopo in S. Antonio zu Padua erklären die 
Stifter, zwei Brüder aus dem Geschlechte de Cornitibus in der Widmunge- 
inschrift von 1382, dass ihre Stiftung entstanden sei, sub ombra et favore 
magnifici domini, hujus urbis principis, Francisci de Carraria. 
H") Die jetzigen Deckengemälde stammen zwar nicht, wie man trüber 
annahm, von Giotto 11er, sondern sind erst nach einem Brande und Neubau 
von 142D und zwar, wie der Anonymus des Morelli erzählt, theils von 
einem Paduaner Juan Miretto, theils von einem IPerraresen ausgeführt. 
Allein mehrere der darunter befindlichen Figuren unterscheiden sich von 
den übrigen und deuten auf das XIV. Jahrhundert und jedenfalls war, zu- 
folge der localen Nachrichten, die Decke auch schon vor jenem Brande mit 
Malereien versehn, die den spätem mehr oder weniger als Vorbild gedient 
haben werden. 
 Ausser dem unten zu erwähnenden Giusio de' Menabuoi ist Cennini 
(S. oben S. 442) hier zu erwähnen, der freilich ein geringes Talent War und 
als familiaris der Oarraresen mehr mit Fahnen und Wappen alS mit Werken 
höherer Kunst beschäftigt sein mochte. 
VII. 88
        

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