Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973577
Venedig. 
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Sem itecol 0 , von dem sich ein grosses Altarwerk, die Krönung 
der Jungfrau umgeben von acht kleinen Darstellungen aus dem 
Leben Christi, in der Akademie zu Venedig befindet, entdeckt 
man z. B. auf der 'l'aufe Christi und der Darstellung des Nßli 
me tangere Reminiscenzen aus Giotttfs Compositioneil in derArena 
zu Padua, aber die Zeichnung der langen Gestalten ist ziemlich 
hölzern, die Carnation dunkel, die Gewänder sind mit Goldlichtern 
gestrichelt, und in dem brillanten Colorit kann man Anfänge des 
venetianischen Farbensinnes erkennen 
Wie lange sich hier ein byzantinisirendes Element erhielt, 
beweisen die Arbeiten des Pfarrers Stephanus von S.Agnes, der 
sich als solcher und als Maler auf zwei Bildern im) bezeichnet. Auf 
einer Madonna mit dem Kinde im Museum Correr von 1368 ist 
er naiver, auf der in der Akademie befindlichen Krönung Mariae 
dagegen, Welche er im Jahre 1380 in seine eigene Kirche stiftete, 
erinnern die dunkele, zähe Farbe und die goldgestrichelten Ge- 
wänder noch ganz an die ältere Schule. 
Etwas bedeutender ist dann ein gewisser Laurentius, von 
dem wir drei Bilder nachweisen können, eine Verkündigung von 
1358 sowie ein Altarwerk von 1371 (dieses in Sala XVI.) in 
der Akademie, und ein thronender Christus von 1368 im Museum 
Correr mies-t). Die langen Gestalten mit kleinen Köpfen, der gelbliche 
Fleischton und die weiche hlodellirung geben schon eine feinere, 
lyrische Stimmung, er sucht in der Körperbildung nach grösserer 
Naturwahrheit und hat in der Gettwindbehandlung Aehnlichkeit 
mit Altichiero, von dem wir bald sprechen werden.  
Wandgemälde dieser Zeit, wie solche zufolge historischer 
es sind 14 Gemälde auf Goldgrund. Da diese Inschrift ausdrücklich nur 
vom Malen spricht, darf man nicht, wie geschehen, demselben Meister 
auch die in Gold getriebenen Relief-Figuren des Schreines zuschreiben. 
F) Die Bibliothek des Kapitels zu Padua, in der sich kleinere bezeich- 
nete Bilder von ihm mit der Jahreszahl 1367 befinden sollen, ist mir un- 
zugänglich geblieben; die Zeir-hnung, welche Rosini II. p. 208 als eines 
dieser Bilder giebt, gehört aber augenscheinlich dem XV. Jahrhundert an. 
w") Stephanus Plebanus Sanctae Agnetis pinxit. 
s") Der Maler Laurentius, welcher sich auf einem Altarwerke von 1380 
im Dome zu Vicenza, der Tod der Jungfrau mit vielen Nebenbildern, nennt, 
schien mir nicht mit dem Venetianer identisch.
        

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