Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973513
Alegretto 
Nucci. 
505 
Melano, der Schüler des Taddeo Gaddi , hierher zurückgekehrt sein 
und Schüler gezogen haben wird. Auch fehlt es nicht an Male- 
reien giottesken Styls. Darunter sind die Ueberreste der umfas- 
sendenGemälde, Welche wahrscheinlich einst die ganze Kuppel der 
berühmten Klosterkirche von Chiaravalle bedeckten, so bedeutend, 
dass man sie dem Giovanni da Melano zuschreiben zu können glaubt. 
An andern Fresken desselben Styls in der Hauptstadt selbst im 
Cortile Borromeo nannte sich ein gewisser Michelino mit der 
Jahreszahl 13563]. 
In Piemont war schon in den Jahren 1314 bis 1325 ein 
Maler Giorgio di Firenze beschäftigt, und selbst am Nordende 
des Comer See's in Gravedona findet sich eine freilich ziemlich 
handwerksmässig, aber doch mit Sicherheit ausgeführte Darstel- 
lung des jüngsten Gerichts in giotteskem Style. Allein irgend 
hervorragende, von eigenthümlicher Richtung zeugende Leistun- 
gen können wir in allen diesen Gegenden nicht aufweisen. 
Anders auf der Ostseite des Appennin. Auch hierher war 
allerdings der Einfluss der Schule Giotttfs gedrungen; ich er- 
wähnte schon der Romagnolen Ottaviano und Pace aus Faenza 
und Guglielmo aus Forli, Welche nach Vasari in Gi0tt0's eigener 
YVerkstätte arbeiteten und dann in ihre Heimath zurückkehrten, 
deren Werke aber nicht auf uns gekommen sind. Besser kennen 
wir den bedeutendsten damaligen Meister der Mark Ancona, 
Alegretto Nu cci aus Fabriano, den Lehrer des berühmten 
Gentile da Fabriano. Er hatte nicht bloss in Florenz gelernt, son- 
dern sich sogar dort niedergelassen, indem er 1346 in die Maler- 
gesellschaft eintrat, kehrte aber später in seine Vaterstadt zurück, 
wo er 1385 starb  VVir besitzen von ihm zwei Tafelbilder, 
das eine ein 'l'riptychon im Dome zu Macerata, auf der Mitteltafel 
die thronende Madonna mit dem auf ihrem Schoosse stehenden 
bekleideten Kinde, umgeben von einem Kranze von Heiligen M3), 
das andere im Berliner Museum (N ro. 1076 und 1078), Christus 
Ü Rosini II. 201 ff. 
 Vergl. Ricci, Elogio del pittore Ge-ntile da Fabriano, Macerata 
1829, deutsch in Kuglers Museum 1837 p. 11, und desselben Ricci, Memorie 
degli artisti della Marca Ancona I. 109. Rosini Storia III. 41 und 51. 
II") Rosini tab. '23.
        

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