Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973459
Venedig 
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Bologna zuschreibt. Wir kennen davon nur noch in der letztge- 
nannten Stadt zwei Gräber, das des Taddeo Pepoli  1347) in 
der Kirche und das des Juristen Calderini  1343) im Kloster- 
hofe von S. Domenico, von denen besonders das erste ein nicht un- 
würdiges, aber freilich auch nicht sehr geniales Werk istäi). Die 
Hergänge, welche diesen ehemaligen Gebieter der Stadt in seiner 
richterlichen Thätigkeit und kirchlichen Devotion darstellen sollen, 
Sind sehr trocken erzählt, die Figuren bürgerlich und steif, aber 
die 'l'echnik ist sauber und die Linienführung lässt den Einfluss 
toscanischer Schule erkennen. 
Einen etwas spätem veuetianischen Bildner, den Vasari nicht 
kannte, ersehen wir aus dem neuerlich aufgefundenen Coutracte 
über die von dem Marchese Bonifazio de' Lupi gestiftete Felix- 
kapelle in S. Antonio zu Padua. Die fünf Heiligenbilder, welche 
der Maestro Andriolo tagliapietro di V enezia, Baumeister dieser 
Kapelle, in dem Contracte von 1372 mit eigener Hand anzufertigen 
versprach, sind zwar noch erhalten, aber ohne erheblichen Kunst- 
werth. Etwas später dagegen besass Venedig zwei ausgezeich- 
nete Bildner in den Brüdern J acobello und Pierpaolo, Söhne 
des Antonio delle Massegne, von denen wir noch zwei bedeutende 
Werke besitzen. Das eine derselben ist der grosse Marmoraltar 
in S. Francesco zu Bologna mit der Krönung der Madonna und 
vielen Nebengestalten und Reliefs, dessen Vasari mit grossem 
Lobe, aber mit der irrigeuAngabe gedenkt, dass er von Agostino 
und Agnolo von Siena von 1329 an in einem achtjährigen Zeit- 
raume vollendet sei, virähreud die neuerlich aufgefundenen Ur- 
knnden ergeben, dass er von den gedachten venetianischeu Brü- 
dern herstammt und bei ihnen erst 1388 bestellt ist  Das zweite 
4') Cicognara tab. XIII.  
H] Dies Altarwerk war lange auseinandergenommen und ist erst neuer- 
lich bei der Herstellung von S. Francesco zum kirchlichen Dienste wieder 
aufgerichtet. Dass VasarTs Nachricht unrichtig sei und das Werk von den 
genannten Venetianern herrühre, wusste man schon früher durch eine Chro- 
nikenstelle, welche Oretti publicirt, dabei aber das Stiftungsjahr irrig 1338 
gelesen hatte, welches frühe Datum Zweifel erweckte (Cicognara III. 286  
11m1 endlich durch die von dem Marchese Davia aufgefundene Bestellunge- 
Urkunde berichtigt wurde. Vergl. dessen Memorie  intornß ad 11m1 tßvola 
di marmo  nella chiesa di S. Francesco di Bologna 1842 mit Appendix 
vom J. 1845, und die Anm. z. Vasari II. 7. 32g
        

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