Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973429
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Gräber 
der 
Scaliger. 
nicht ganz so milde und schön, wie an dem Grabe des Guido 
Tarlati, sondern härter, derber, weniger sicher in den Körperver- 
hältilissen. Daher haben Andere darauf aufmerksam gemacht, 
dass dies Monument in der Anordnung des Unterbaues, in der 
Auswahl und den Attributen mancher Heiligen und allegorischen 
Gestalten mit dem des Balducci übereinstimme. Sie haben es 
daher, wenn auch nicht diesem selbst, so doch einem seiner Schii- 
ler zuschreiben zu müssen geglaubt, und als solchen vermuthungs- 
weise den Bonino von Campiglione genannte), den wir an dem 
sogleich zu erwähnenden Grabmale des Cansignorio als einen mit 
grossen plastischen Werken betrauten Meister keimen lernen. 
Allein eben dieses Grabmal ist sowohl in der architektonischen 
Anordnung, wie im Plastischen durchaus anderen Geistes und 
macht diese Annahme unglaublich. Auch ist die [Tcbereinstim- 
mung mit dem Monumente des ßalducei durchaus kein Grund, 
hier eine Arbeit seiner Schule anzunehmen. Auch ein fremder 
Künstler, wenn er von den Bestellern aufdas ihnen wohlbekannte 
Mailänder Denkmal als Vorbild hingewiesen war, würde nach 
damaligen Ansichten keinen Anstand genommen haben, davon, 
soviel ihm zusagte, zu entlehneil. Es bleibt daher wahrscheinlich, 
dass dies so alleinstehendeMonument von einem fremden, wahr- 
scheinlich toscanischen Meister her-rühre, den wir nicht nach- 
weisen können die). 
Einen starken Gegensatz gegen die edle Einfachheit und 
Anmuth dieser Arca bilden dann die sclnnerfäillig prunkenden 
Grabmä ler der S ca liger, die auf dem Kirchhofe von S.Maria 
antica in Verona eine so malerische Gruppe bilden, und nament- 
lich auch das eben erwähnte, welches Bonino da Campiglioileweilt) 
für Can Signorio  1375) fertigte. Der Grundgedanke der An- 
Ü So Defendente Sacchi a. a. O. und ihm folgend Kugler in der 
Kunstgeschichte und Burckhardt im Cicerone. 
H] Oicognara will es den. venetianischen Brüdern delle Massegne, von 
denen bald die Rede sein wird, zuweisen. Allein auch dies scheint mit 
nicht wahrscheinlich, der Styl ist reiner toscanisch. 
 Er ist also aus jenem Alpendorfe, aus dem so viele auf den 10m- 
bardischen Monumenten genannte Bildhauer stammten; unter den am Mai- 
länder Dome im Jahre 1388 beschäftigten Meistern hatte es nicht weniger 
als fünf (darunter unser Bonino] geliefert.
        

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