Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973419
Pavia. 
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schliessend, in der Mitte Gott Vater in der Glorie, auf allen vier 
Seiten aber in sehr glücklich benutzter architektonischer Einthei- 
lung Schaaren von Engeln und Heiligen zeigt. Es versteht sich, 
dass dieser überreiche Schmuck die Kräfte eines lileisters über- 
stieg, auch erkennt man verschiedene Hände. Die Apostel und 
Heiligen in den Nischen des Unterbaues mit ihren faltenreichen 
Gewändern und fein ausgearbeiteten Haaren dürften tittvas später 
hinzugefügt sein, alles Uebrige aber ist unzweifelhaft unter Lei- 
tung eines ausgezeichneten Meisters im Style der toscanisciren 
Schule ausgeführt. Die Köpfe haben durchweg die charakteri- 
stisch eckige Bildung dieser Schule, die Gewänder denselben 
flüssigen Zug der Linie. Vor Allem ist die Gestalt des Heiligen 
selbst, der in bist-höflicher, mit nachgcahmten Stickereien reich 
verzierter 'l'racht ausgestreckt liegt, ausgezeichnet edel und wür- 
dig, auch die 'l'ugenden sind völlig gelungen, und nur die Reliefs 
sind bei malerischer Anordnung etwas steif. An einem der Pfei- 
ler steht die Jahreszahl 1362 ohne irgend einen Zusatz. Kloster- 
nachrichtcn haben ergeben, dass dies der Anfang der Arbeit, die 
Legung der Basis erst 1365 erfolgt, und noch 1397 bei dem Her- 
Zoge Johann Galeazzo um eine [lnterstiitzitng zur Vollendung 
gebeten sei. Indessen war die Aufstellung gewiss lange vorher 
bewirkt, da schon 1383 das Gitter um das Monument reparirt 
wurdest). Der Name des Meisters ist leider in diesen sonst aus- 
fuhrlichen Nachrichten nicht genannt. Vasari schreibt auch dies 
WVerk, wie so manche andere, dem Agostino und Angclo von 
Siena zu  allein jener war schon zwölfJahre vorher und dieser 
gewiss auch schon längst verstorben. Auch ist die Arbeit doch 
i") Defendente Sacchi L'Arca di S. Agostino, mit Stichen der Brüder 
Ferrari, Pavia 1832, giebt nur die Ansichten der vier Seiten des Monuments 
ohne Details. Die Länge ist 3,07 M., die Breite 1,63, die Höhe 3,95. 
Die Nachrichten über die Geschichte des Denkmals sind aus der Denkschrift 
entnommen, welche ein Prior des Eremitanerklosters im Jahre 1578 aus den 
Rechnungsbiichern desselben zusammenstellte, um zu beweisen, dass dieses 
Kloster, und nicht, wie behauptet war, die Canonici des Doms die Kosten 
bestritten hätten. Cf. auch Cicognara III. 291. 
"Ü Nicht im Leben dieser Senesen, sondern viel später, bei der der 
Biographie des Girolamo da Carpi angehängten. Erwähnung von lombardi- 
sehen Bauten.
        

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