Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973351
Achtes 
Kapitel. 
Plastik 
und 
Malerei 
ausserhalb 
Toscana. 
Petrarea spricht sich in seinen Schriften zwei Mal über das Ver- 
hältniss der Sculptur zur Malerei seines Zeitalters aus, beideMale 
in dem Sinne, dass jene weit hinter dieser zurüekstehe, und man 
kann diese Aussprüche nicht, Wie Cieognara will, einfach als 
einen Irrthum des gelehrten Dichters beseitigen, der dadurch ent- 
standen sei, dass er die Bildwerke seiner Zeit mit den ihm bekannt 
gewordenen antiken verglichen und sie ihnen ilaehstehend gefunden 
habe, während der Mangel antiker Malereien für die Maler sol- 
chen Vergleich ausschloss Denn Petrarca spricht- in beiden 
Stellen nicht seine besondere Ansicht aus, sondern er berichtet 
nur die allgemeine schier Zeit. Die eine beider Stellen ist die, wo 
er von Giotto und Simon von Siena als zwei vorzüglichen und 
berühmten Malern erzählt, und dann redselig hinzufügt, dass er 
Wohl auch einige Bildhauer gekannt habe, aber geringeren Ru- 
fes , denn diese Kunst stehe in (lieser Zeit zurück. Noch deut- 
licher ist die zweite Stelle. Für die Malerei, heisst es darin, rühme 
sich sein Zeitalter der Erfindung, oder doch der höchsten Voll- 
endung, in der Sculptur aber, obgleich sonst dreist und anmas- 
send, wage es nicht zu leugnen, dass es Weit zurückbleibeß). Er 
gibt also ilicht sein eignes Urtheil, sondern ein Zeugniss über die 
a") Petrarca, Epist. fam. lib. V. cp. XVII. ad Guidonem Januensem: 
Duos ego novi pictores egregios, nec formosos, Jottum, tlorentinum civem, 
Cujus inter modernos fama ingens est, et Simonem Senensem; novi sculp- 
tores aliqlzod, sed minoris famae. Eo enim in genere impar prorsus est 
nostra aetas.  De remed. utr. fort. I. dial. 41.  Unde haec aetas in 
Inultis erronea picturae inventrix vult videri, sive, quod inventioni praxi- 
mllm, elegantissima mnsumatrix limatrixque, cum in genere quolibet sculp- 
tnrae, cumque in signis an statuis longe imparem se negare temeraria im- 
Pudensqule non audeat. Vergl. Cicognara IIl. 69, der als Geschichtschreiber 
der Sculptur sich der Bildhauer annehmen zu müssen glaubt.
        

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