Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973288
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'l'0scauische 
Malerei. 
Gemälde alle theilweise zerstört, theilweise zu verschiedenenZei- 
ten, wahrscheinlich schon im XIV. Jahrhundert und dann wieder 
im XVII. ergänzt oder übermalt, so dass jedes Urtheil darüber 
schwankend ist. Die Compositionen gehören aber jedenfalls dem 
XIV. Jahrhundert an und sind nicht unbedeutend. 
Der Zeit nach am nächsten stehn diesen Gemälden die be- 
reits beschriebenen von Andrea Orcagna und Pietro Lorenzetti, 
der Triumph des Todes nebst jüngstem Gericht, und das Leben 
der Einsiedler, am östlichen Ende der Südwand. 
Nun erst begannen die in den städtischen Rechnungen aufge- 
führten Arbeiten und zwar mit der Geschichte des Hieb, Welche 
in sechs (nämlich drei oberen und drei unteren) Bildern, von denen 
aber nur zwei fast ganz, die andern nur in Fragmenten erhalten 
sind, sehr ausführlich und anschaulich erzählt ist. Schon Vasari 
war wie es scheint über den Urheber nicht unterrichtet, indem 
er sie in der ersten Ausgabe seines WVerkes dem 'l'addeo Gaddi, 
in der zweiten dem Giolto Zllschrieb, dessen Namen sie nun 
lange beibehielten, obgleich die Gewandbehantllung, die schlanke 
und richtigere Körperbildtlng, die Kostüme und sogar die 
Technik eher auf einen spätem und mittelbaren Schüler des- 
selben deutenä). Nach einer freilich nicht völlig sichern Notiz 
des pisaner Archivs sollen auch wirklich diese Geschichten erst 
1371, also lange nach Giotto's Tode, angefangen sein, und man 
vermnthet, dass dies durch einen sonst unbekannten Francesco 
vonVolterra, der um diese Zeit Zahlungen empfing, gescheiter]  
 Förster erkannte (S. 113), dass diese Gemälde in wirklichem Fresco 
ausgeführt seien, das Giotto bekanntlieh noch nicht anwendete. Auch die 
Herausgeber des Vasari (l. 318), bezweifeln Giottcfs Urheberschaft, indes- 
sen nur weil Ghiberti nicht erwähne, dass er im Campo santo gearbeitet habe. 
w") Förster a. a. O. S. 114, der diese Vermuthung in der That scharf- 
sinnig begründet, macht selbst auf die ihr entgegenstehenden Bedenken 
aufmerksam, indessen ist die sehr positive, wenn auch nur aus vernichteten 
Papieren gezogene Angabe des Archivsekretärs über den Anfang der 
„Storia di Giobbe" am 4. August 1371 jedenfalls nicht zu verwerfen, zu- 
mal sie mit dem Styl der Bilder übereinstimmt. Zweifelhaft ist es, oh dem 
Franciscus de Vulterris die Ehre der Erfindung zuzusprechen, da er nach 
den Rechnungsangaben mehr ein mit vielen Gehülfen arbeitender Restau- 
rateur (er wird für Farben zu picturis et reaetis picturarum bezahlt] ge- 
wesen zu sein scheint. Ob er mit dem Franeiscus di maestro Giotto iden-
        

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