Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-973230
Capella 
degli 
Spagnuoli. 
477 
Christenheit dargestellt sind, der Papst mit segnender Hand auf- 
recht stehend, neben ihm Cardinal und Bischof, dann der Kaiser 
nebst dem Kanzler und Feldherrn sitzend. Vor ihnen gedrängte 
Haufen, auf der päpstlichen Seite Mönche und Nonnen und einige 
kniende oder in Studien versenkte Personen, auf der kaiserlichen 
allerlei Weltliche in Tracht und Waffen des XIV. Jahrhunderts 
und daneben die Kranken und Lahmen. Zu den Füssen des- 
Papstes liegen einige schwarz und weiss gefleckte Hunde, die 
mit unverkennbarer Anspielung auf die Tracht und den Namen 
der Dominicaner (domini cani] diese zunächst als demüthige und 
treue Wächter des heiligen Stuhls darstellen. Auf der andern, 
weltlichen Seite sieht man den Orden als Vorkämpfer der Kirche. 
Zunächst noch wieder in Gestalt jener Hunde, welche hier auf 
Wölfe anstürmen iuid sie anpacken, eine Andeutung ihrer inqui- 
sitorischen Thätigkeit, dann aber in menschlicher Gestalt, indem 
der h. Dominicus und ein andrer Ordensbrnder verschiedenen 
Gruppen weltlicher Zuhörer predigen, von denen einige die Knie 
beugen, viele aber heftig widersprechen oder sich fortwenden. 
Wohin ist leicht zu errathen, indem man auf einer höhern Stelle 
des Berges Leute in weltlichen Freuden sieht, einige ganz ähn- 
lich wie bei Orcagna im Campo santo sitzend, indem sie dem 
Saitenspiel zuhören oder Falken und Schoosshuud halten, andere 
tanzend oder lustwandelnd. Indessen aus der sündigen Menge 
Werden doch durch die Dominicaner, die wir Absolution ertheilen 
und Anleitung geben sehn, einige Seelen gerettet und (wiederum 
durch Ordenspriester) zum Himmel geführt, an dessen Thor sie 
von Engeln bekränzt und von S. Petrus eingelassen werden. 
Hinter dem Thore stehn dann schon die Schaareil der Heiligen, 
Welche mit Palmen in den Händen lobsingend hinaufblicken zu 
der Glorie Gottes, der von den Engelschören umgeben auf dem 
Regenbogen sitzt, zu seinen Füssen ein Thron auf dem das Lamm 
liegt und den die Evangelisten in ihren Zeichen umstehen. Ueber 
diesem Bilde ist im Gewölbe das Schiff der Kirche, also wieder 
eine Anspielung auf die streitende Kirche, über jener Verherrli- 
Z. B. dass dasselbe statt der kreisförmigen, spitzbogige Oberlichter hat. Auch. 
der Gauipanile des Giotto fehlt nicht, ist aber nach dem Bedürfnisse des, 
Malers an eine andere Stelle verlegt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.