Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972996
Agostino 
und 
Angelo. 
453 
Schwach für die bedeutende Höhe. Die plastische Ausführung 
dagegen ist durchweg vortreffliche). Man erkennt darin Schüler 
des Giovanni Pisano, die, "wie dieser, vor Allem die Hergänge in 
ihrer Bedeutung erschöpfend darzustellen bemüht, dabei aber mit 
derNatur vertrauter, mit der mehr naturalistischen Anschauungs- 
"weise bereits aufgewachsen waren. Sie haben daher nicht so viel 
Hindernisse zu überwinden, nicht solchen Anlauf zu nehmen, wie 
jener Anfänger dieser Richtung; die Bewegungen ihrer Gestalten 
sind ungezwungen und natürlich, ohne des geistigen Ausdrucks 
zu ermangeln. Bei dem Tode des Bischofs ist die Klage der Frauen 
kaum minder heftig als bei ähnlichen Darstellungen des Giovanni, 
aber dennoch macht das Ganze durch die ruhigere Haltung der 
Geistlichen und durch die harmonische Gruppirung der Umste- 
henden einen milderen Eindruck. Bei den so oft wiederkehrenden 
Belagerungsscetien muss man das Geschick bewundern, mit dem 
die Meister jeder eine andere Haltung und ein besonderes Interesse 
zu geben gewusst haben. Die Anordnung ist dabei ganz male- 
risch mit ausführlicher Andeutung von Bergen und Baulichkeiteti 
der verschiedenen Ortschaften, aber zugleich mit so feinem Ver- 
ständniss des Reliefs, dass die Figuren stets leicht und unge- 
zwungen hervortreten. Die ritterliche Haltung dieser Gestalten 
und selbst die Bildung der Pferde ist sehr wohl gelungenwi). Die 
Aufgabe war gewissermassen eine neue, wenigstens ist mir kein 
Monument von so überwiegend weltlichem Charakter bekannt, 
und man muss gestehen, dass sie sie mit grossem Geschick und 
einer gewissen Poesie gelöst haben. Allein in der Feinheit des 
Schönheitsgefühles und überhaupt in Beziehung auf die höchsten 
Ziele der Kunst können sie dennoch dem Andrea Pisano nicht 
gleichgestellt werden, und am wenigsten kann man bei ihnen eine 
eigenthümliche Richtung erkennen. Sie folgen in dem Typischen 
der Körperbildung durchaus den Traditionen der Pisaner Schule. 
1') Vergl. bei Cicogngra Tf. Q4 und 23 das ganze Monument und zwei 
in grösserer Dimension wiedergegebene Reliefs. 
u] Vasari behauptet wiederholt im Leben des Giotto und in dem der 
beiden Seneser, dass jener die Zeichnung, ja sogar das Modell zu dem Mo- 
numente des Guido Tarlati gemacht habe. Alle-in es ist dies in jeder Be- 
Ziehung, auch nach dem Stylistischen dieses Monumentes unwahrscheinlich. 
"Cißognara III. 278.
        

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