Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972985
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Plastik 
und 
Malerei 
in 
Toscaua. 
arbeiteten auch keineswegs, wie Vasari annimmt, immer gemein- 
schaftlich, sondern nur an dem berühmtesten ihrer Werke, dem 
Grabmal des Guido Tarlati im Dome zu Arezzo, welches sie laut 
Inschrift im Jahre 1330 vollendeten?) Guido 'l'arlati war ein, 
kriegerischer Bischof und Herr von Arezzo gewesen, der als 
Parteigänger Ludwigs von Bayern an mancher Schlacht Theil 
genommen hatte, und dessen Kriegsthateu und Verdienste um die 
Erweiterung des Gebiets von Arezzo seine Erben durch sein 
Denkmal in Erinnerung halten wollten. Dies veranlasste dann die 
Künstler, die in der Pisaner Schule seit den Tagen Arnolfo's üb- 
liche Form der Grabmäler etwas zu variiren; sie bildeten es zwar 
wie gewöhnlich als ein aus der Wand der Kirche hervorragendes, 
auf zwei Säulen ruhendes spitzbogiges Dach, gaben ihm aber eine 
ungewöhnliche Höhe, liessen das Bild der Aufnahme in den 
Himmel oberhalb des Sarkophages fort, und gewannen dadurch 
unterhalb des letzten den nöthigen, bedeutenden Baum , um nun 
in vier Reihen über einander je vier von aufsteigenden und mit 
Staluetten geschmücktenPfeilern getrennte, also zusammen sechs- 
zehu Reliefs mit der Geschichte seines öffentlichen Lebens anzu- 
bringen. Die oberste Reihe enthält nämlich die Begründung seiner 
Grösse, seinen Einzug in die Stadt als Bischof und eine Schilde- 
rung der Ursachen und Hergänge seiner Erwählung zum lebens- 
länglichen Signore von Arezzo. Die andern zwölf Felder geben 
seine 'l'l1aten, die Befestigung der Stadt, die Belagerung und Ein- 
nahme zahlreicher Schlösser und Städtchen in der Umgegend, die 
Krönung Kaiser Ludwigs, der er beiwohnte, und endlich seinen 
Tod. Die architektonische Anordnung des Ganzen ist nicht glück- 
lich; nicht bloss die Breite, sondern auch die Ausladung ist zu 
Giovanni Pisano am Dome. In den Urkunden lässt sich hauptsächlich seine 
architektonische Thätigkeit erkennen, die sehr bedeutend gewesen zu sein 
scheint. Namentlich war er in den Jahren 1336-1340 an dem Brunnen 
auf dem grossen Platze und an dem Thurme des Palastes beschäftigt, und 
als im Jahre 1340 nach dem Tode des Landus sein Sohn Johannes Ober- 
meister des Dombaußs wurde, bedang sich die Stadt ausdrücklich aus, dass 
sein Vater ihm dabei mit Rath zur Seite stehen sollte. Agostinq starb 
135D. Vergl. Milanesi I. 203 und die Anm. z. Vasari II. p. 1 u. 10. 
 Hoc opus fecit magister Augustinus et magister Angelus de Senis 
MCOOXXX.
        

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