Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972976
Agostino 
und 
Angele. 
451 
Leitung ihres Dombaues berieff). Ebenso begehrt war Tino, der 
Sohn des Dombaumeisters Camaino, der schon 1314 das schöne 
Denkmal Kaiser Heinrichs VII. in Pisa, 1321 das des Bischofs 
Orso im Dome zu Florenz ausführte, 1319 und 1320 am Dome 
von Siena, dann längere Zeit theils als Bildhauer, theils als Ar- 
chitekt mit sehr bedeutenden Aufgaben in Neapel beschäftigt war 
und endlich 1336 das Grabmal des Bischofs Aliotti in S. Maria 
novella zu Florenz fertigte 
Vasari hat von den vielen senesischen Bildhanern, Welche 
die Urkunden ergeben, nur zwei gekannt, nämlich Agostino 
und Angele, denen er, indem er sie für Brüder hält, eine ge- 
meinschaftlicheBiographie gewidmet hat, in welcher alle ihm be- 
kannt gewordenen in Siena oder nach seiner Vermuthung von 
senesischen Bildnern gefertigten Denkmale eine Stelle gefunden 
haben. Fast alle Angaben dieser Erzählung, soweit man Urkun- 
den darüber gefunden hat, sind irrig, selbst das brüderliche Ver- 
hältniss der beiden Meister. Agostino War der Sohn eines Mei- 
sters Giovanuißiii-t), Angele der eines gewissen Ventura, sie 
m) Cicognara III. 297, Milanesi Documenti I. "E28 fl. 
V3) Die Nachrichten über Tino's Arbeiten in Toscana sind bei Milanesi 
Docum. I. 83 zusammengestellt, die über seine Wirksamkeit in Neapel er- 
gehen sich aus den bei Schulz Unteritalien IV. Nro. 371, 377, 401, 413 
abgedruckten Urkunden. In diesen wird der Dinus oder Tinus von Siena 
(dann beide Schreibarten kommen darin vor) zwar nicht als Sohn des Oa- 
Illaino bezeichnet, indessen wird man seine Identität um so mehr für wahr- 
scheinlich halten müssen, als die Zeit seiner Beschäftigung in Neapel 
(1323-1329) der Lücke in seinen toscanischen Arbeiten entspricht. Zwei- 
felhaft könnte sie nur dadurch werden, dass die Urkunde Nro. 413 a. a. O. 
ihn im Juli 1336 als einen Verstorbenen zu behandeln scheint, während er 
in Florenz das Grab des in demselben Jahre verstorbenen Bischofs Aliotti 
fertigte. Allein die Worte: quondam magistri Tini de Senis, welche bei 
der Ernennung eines neuen Meisters für den früher von Tinus geleiteten 
Bau des Schlosses Belfort gebraucht werden, lassen, zumal sie eine Hin- 
Weisung auf die dem Tinus gegebenen und auch ferner zu beobachtenden 
Instructionen einleiten, auch die Deutung zu, dass er nur als der aus dem 
Bau, nicht aus dem Leben ausgeschiedene Meister bezeichnet werden sollte. 
 Die schöne Inschrift des Tinus am Grabe des Bischofs Orso ist schon 
oben, Seite 413, mitgetheilt. 
"HÜ Dieser Agostino di maestro Giovanni verbeirathete sich schon 1310, 
War also Zeuge und höchst wahrscheinlich Gehülfe bei der Thätigkeit des 
29:"
        

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