Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972917
Nicolaus 
Petri. 
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aus der Legende des Evangelisten Mathäus, oben im Giebelraume 
der Wand die Berufung, unten die Erweckung eines verstorbenen 
Königskindes und das Martyrium des Apostels, auf der linken 
Geschichten des h. Antonius von Padua, die jedoch durch einen 
spätem unbarmherzigen Einbau grossentheils zerstört sind. Die 
Ausführung ist flüchtiger, zum Theil augenscheinlich von der 
Hand eines Gehülfen, auch kommt eine Ueberfüllung der Gruppen 
und eine Neigung zu phantastischen Trachten vor, Welche der 
Wirkung nicht überall günstig ist. Aber doch ist die Erzählung 
klar und lebendig und einige Gestalten sind von ausserordentlicher 
Schönheit. 
In Florenz selbst wird man diesem Meister mit grosser 
Sicherheit die Gemälde auf der Eingangswand der Saeristei von 
S. C roce zuschreiben können, die Kreuztragung, die Kreuzi- 
gung (oder eigentlich Christus am Kreuze mit einigen zum Theil 
spätem Heiligen), die Auferstehung und darüber die Himmel- 
fahrt, die der Maler dem dafür sehr ungünstigen Raume eines 
flachen Dreiecks ziemlich gut einzupassen gewusst hat, das 
Ganze dann nach der Weise dieser spätern Giottesken mit einer 
breiten mit Arabeskeir und Medaillons von Heiligen, Propheten 
und Sibyllen verzierten Einfassung. In einem in der Münze (Zecca) 
ZuFlorenz noch bewahrten Gemälde der Krönung Mariä, welches 
zufolge einer urkundlichen Notiz von zwei Malern, Simon und 
Nicolaus, angefangen war, im Jahre 1373 aber durch einen Ja- 
Cobus Cini vollendet wurde, glaubt man seine Weise zu erkennen, 
llnd bei einem andern Altarwerke, das, ursprünglich für die Kirche 
S. Felicitä gemalt, sich jetzt in der Akademie zu Florenz befindet, 
steht urkundlich fest, dass es von ihm, Niccolo di Piero in Ge- 
meinschaft mit Spinello von Arezzo und Lorenzo di N iccolo ge- 
malt und 1401 vollendet wurde. Muthmasslich gehört diesem 
jüngern Maler das Mittelbild, dem Niccolb aber der rechte Flügel, 
der die ernsteren und strengen Züge seiner Wandmalereien 
trägtf). 
Von den bei Vasari genannten Florentiner Meistern dieser 
Zeit ist Gherard o Starnina (geb. 1354) nur deshalb zu er- 
wähnen, Weil er zuerst unter allen italienischen Malern sein Glück 
a) Vßrgl. Gaye a. a. 0. und die Anm. z. Vasari II. 197.
        

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