Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972885
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Plastik 
und 
Malerei 
in 
Florenz. 
über ihn hinausgegangen. Von Angela's Schüler, dem schon 
wiederholt erwähnten Cennino di Andrea Cennini, aus Colle in 
Valdelsa, kennen wir keine Gemälde; das einzige, welghesVasari 
nennt, ist untergegangen. Auch kam er wahrscheinlich frühe und 
für immer von Florenz fort, da wir ihn nach neuerlich entdeckten 
Urkunden schon 1398, zwei Jahre nach seines Meisters Tode, 
in Pad ua ansässig, mit einer Einheimischen verheirathet und im 
Dienste des Signore von Padua, des Herrn von Carrara, als Haus- 
genosse (familiaris) angestellt finden  Hier schrieb er auch, wie 
aus einzelnen Andeutungengeschlossen werden kann, wahrschein- 
lich erst einige Decennien später und während der unfreiwilligen 
Musse, die ihm der Mangel an malerischen Aufträgen liess, seine 
Anleitung zur Malerei, die ihn in der Klarheit seiner Vorschriften 
und der wohlwollenden Richtung seiner Bathschläge von seiner 
liebenswiirdigsten Seite zeigt, und für den Mangel nachgewiese- 
ner Gemälde reichlich entschädigt. 
Während Angelo Gaddi nnd die Bildner mehr auf Anmu- 
thiges und Heiteres ausgingen, gab es in Florenz selbst andere 
Maler, Welche treuer bei der Formbildung Giotto's stehen blieben 
und sogar das Ernste und Pathetische noch mehr betonten, als er. 
Vasari nennt keinen dieser Meister, wahrscheinlich weil eben 
dieser Ernst ihm und schon mehreren Generationen vor ihm den 
Eindruck des Alterthümlicheren gemacht und man daher ihre, ein 
halbes Jahrhundert später entstandenen WVerke ohne Weiteres auf 
Giottois eigene Rechnung gebracht hatte. Einen dieser Meister 
lernen wir indessen durch die Inschriften auf zweien seinerWerke 
kennen, den N i colaus Petri oder vollständiger Nicolao diPiero 
Cierino oder Gerino aus Florenz hie). Das bedeutendste unter diesen 
 Die Entdeckung dieser Urkunden verdanken wir den verdienten 
Brüdern Carlo und Gaefano Milanesi. Vergl. die Vorrede zu ihrer neuen 
Ausgabe des Trattato della. pittura (Firenze, le M0nnier,1859), welche vor 
der einzigen älteren von Tambroni zu Rom 1821 besorgten den Vorzug 
nicht bloss besserer Lesarten, sondern auch der Vollständigkeit hat, indem 
dem von Tambroni publicirten Manuscripte 18 Kapitel fehlten, die jetzt 
zum ersten Male publicirt sind. 
 Piero Cierini nennt er selbst seinen Vater in der Inschrift auf der 
Wandmalerei in Prato, Piero Gerino heisst derselbe wiederholt in Urkunden. 
Gaye Carteggio II. 433. Er kommt in denselben seit 1380 vor.
        

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