Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972862
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Plastik 
und 
Malerei 
in 
Florenz. 
eine allgemein anerkannte WValn-heit aus, dass es heiterer und 
frischer gewesen als das seines Vaters Taddeoß). Dies Lob der 
Zeitgenossen mag dann wohl die Ursache gewesen sein, dass in 
einigen späteren 'l'afelbildern, die vielleicht von Gesellen gearbeitet 
sind, dieser "heitere" Ton übertrieben und namentlich in den 
Fleischtönen manierirt und rosig geworden ist. 
Zu seinen frühesten Arbeiten werden die von Vasari er- 
wähnten, noch wohl erhaltenen Fresken im Chore von S. Croce 
zu Florenz gehören, welche zwischen Arabesken und statuarischen 
Gestalten die Geschichte Kaiser Constantinis und die Auffindung 
des h. Kreuzes, in je vier grossen, der bedeutenden Höhe des 
Raumes entsprechenden Feldern und mit Figuren von mehr als 
zwei Dritteln der Lebensgrösse darstellen. Vasari tadelt die 
Zeichnung und in der That scheinen besonders in der Geschichte 
Constantinis die Flächen anfangs überfüllt; wenn man aber auf 
das Einzelne eingeht und die grosse Zahl nahe aufeinanderfol- 
gender Momente, welche dem Künstler vorgeschrieben sein moch- 
ten, von einander löst, ist Alles verständig und mit würdigem 
Ausdruck vorgetragen. Selbst die kriegerischen Hergänge sind 
lebendig. Bedeutend schöner als diese erste ist die zweite VVand, 
sei es, dass der junge Künstler Während der Arbeit gelernt hatte, 
oder dass der friedlichere Gegenstand, die Auffindung des Kreuzes 
durch die Kaiserin Helena, ihm mehr zusagte. Die Kaiserin selbst 
mit ihrem fast griechischen Profil und die Frauen ihres Gefolges 
sind von einer Schönheit, wie die Schule Giotto's sie nur selten 
hervorgebracht hatte, und scheinen zum Theil Portraits. Auch auf 
einem zweiten noch erhaltenen Fresco, einer Lunette über einer 
Eingangsthüre in das Kloster von S. Spirito, Madonna mit dem 
Kinde zwischen S. Augustin und S. Nicolaus, hat die Madonna 
sehr liebenswürdige porträtartige Zügewf) und das Temperabild 
aus S. Pancrazio in dem Uflizien, Madonna zwischen Heiligen, 
zeigt besonders in den kleinen Geschichten der Predella ein feines 
Gefühl für Anmuth und XVahrheit. Sein grösstes und bedeu- 
tendstes VVerk Endet sich aber nicht in Florenz, sondern im Dome: 
Ü) Im Trattato cap. 67. 
H] Abgebildet bei Rosini 
166.
        

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