Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972765
430 
Plastik 
und 
Malerei 
in 
Florenz. 
Aus der Schule des Andrea Pisano ging dann aber auch ein 
Künstler von höchster Bedeutung hervor, Andrea di Cio ne mit 
dem Beinamen Arcangno lo und durch Verstümmelung des- 
selben schon bei seinem Leben und in der Kunstgeschichte als 
Andrea Orcagna bekanntf-t). Er stammte aus einer Künstler- 
familie. Sein Vater Clone war ein höchst vortrelflicher Goldschmidt, 
von dem wir noch eine Anzahl von Reliefs an dem grossen sil- 
bernen Altarschmuck des Baptisteriums von Florenz besitzen, 
welche starke Anklänge giottesken Styles zeigen Yeti), sein älterer 
Bruder Bernardo (Nardo) und ein jüngerer Bruder waren Maler. 
Unser Andrea trat wahrscheinlich ziemlich frühe  in die Werk- 
stätte des Andrea Pisano , wo er mit der Bildnerkunst sich auch 
architektonische Kenntnisse erwarb. Nicht zufrieden damit, ver- 
suchte er sich aber auch, zunächst als Gehülfe seines Bruders 
Bernardo, in der Malerei und zwar mit so grossem Erfolge, dass 
er denselben weit überholte und nun auch umfassende eigene Auf- 
träge erhielt. Er vereinigte also Wie Giotto alle drei Künste-r), 
i") Rurnohr (II. S9) hat auch hier das Verdienst, den richtigen Namen 
aus den Urkunden hergestellt und dadurch eine Erklärung des räthselhaften 
Beinamens, wenn auch nicht seines Ursprunges (ob von einem Bildwerke, 
oder von einem Hauszeichen?) gegeben zu haben. Die Verstümmelung 
findet sich aber schon in der Liste der Malergesellschaft, wo er im Jahre 
1369 als Andrea Cioni, pop. San. Michele Bisdomini Orgagnia eingetragen 
ist. (Zum Vasari II. 138.] Vasari führt zwar selbst die Inschriften an, 
in welchen er sich Andrea di Cione nennt, hat aber nicht bemerkt, dass 
er ein Sohn des ausgezeichneten Goldschmidts war, von dem er im Leben 
des Agostino und Angele gesprochen hatte. 
i") Dieser Altarschmuck wird nur am Johannistage im Baptisterium 
aufgestellt und sonst in der Opera del Duomo bewahrt. Die Statue daran 
ist von Michelozzo da Bartolommeo 1452 gefertigt. Rumohr II. 300. Siehe 
den Stammbaum der Familie des Cione in den Anm. z. Vasari II. 122. 
 Sein Geburtsjahr ist unbekannt, wird aber wohl zwischen 1320 und 
30 fallen, da er 1354 schon bedeutende Aufträge erhielt. In die Zunft der 
Apotheker, zu welcher die Maler gehörten, wurde er mit seinem Bruder 
Bernardo zugleich im Jahre 1358, in die Oompagrlia der Maler erst 1368 
aufgenommen. Vasari lässt ihn, 60 Jahre alt, im J. 1389 sterben; nach 
einem von Bonaini bekannt gemachten Dokumente war er aber 1376 schon 
todt (Anm. z. Vasari II. 134]. 
 Vasari behauptet und legt es ihm als ein Zeichen des Stolzes aus, 
dass er sich auf den Gemälden Sculptor und auf den Sculpturen Pictor ge-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.