Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972696
Bernardo 
Daddi. 
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gewöhnlichiß). Giottino soll sich endlich auch in der Sculptnr 
versucht haben und das Gerücht schrieb ihm schon zu VasarPs 
Zeit eine kolossale Madonna am Campanile zu. 
Neben Giottino ist Bernardo Daddi zu trennen, Weil er in 
S. Croce in der an Giottinois oben erwähnte Gemälde anstossen- 
den Kapelle ungefähr gleichzeitig zwei ebenfalls neuerlich wieder 
aufgedeckte Fresken, die Martyrien der h. Stephanus und Lanren- 
tins malte und sich darin als einen guten, wenngleich minder be- 
deutenden mittelbaren Schüler Giottois zeigtwt). 
Sculptur und Malerei standen in dieser frühen Zeit, WO die 
Künstler nach Ansdrucksmittcln suchten und mehr von ihrer gei- 
stigen Aufgabe, als von stylistischen Rücksichten geleitet wurden, 
durchweg in engster Verbindung und Wechselwirkung, und diese 
Beziehung war durch Giottois Wirksamkeit als Dombaumeister 
noch bedeutend vermehrt. Daher müssen wir denn hier, ehe wir 
in der Schilderung der Maler weiter gehen, den Aufschwung be- 
trachten, den nun auch diePlastik durch den ltlinilussGiottois nahm. 
Vor allen ist hier Andrea Pisano zu nennen, der Sohn 
des Ugolino Nini. Ungefähr gleichzeitig mit Giotto und zwar in 
dem toscairischen Flecken Pontedera geboren, trat er frühe bei 
Giovanni zu Pisa in die Lehre und bezeichnete sich nun auch 
selbst im?) mit dem Namen dieser Stadt. In (lcnJaliren1299- 1305 
arbeitete er noch hier am Dome, jedoch schon als selbstständig 
aufgeführter Geselle des Giovanni-l), wird dann aber bald nach 
1'] Es ist richtig, dass Vasaris Angabe, dass dies Bild von Giottino 
sei, nur auf Vermuthnng beruhet, jedenfalls ist diese aber wahrscheinlicher 
als die von Rnmohr 11.172, welcher den noch 1440 lebenden Pietro 
Chelini zum Urheber desselben machen will. Das Bild, auf welchem die 
Jungfrau mit Engeln dem h. Bernhard erscheint, welches Rosini II. p. 13? 
als "schönste Arbeit Giottinds" rnittheilt und das ich in der Akademie zu 
Florenz weder selbst bemerkt habe, noch im Katalog finde, scheint schon 
der Zeichnung nach später, etwa aus der Zeit des Fra Giovanni, zu sein. 
M) Vasari erwähnt ihn im Leben des Jacopo da Casentino und Zwar 
als Aretiner und als Schüler des von jenem unterrichteten Spinello Aretino. 
Allein Bernardo war Florentiner und bedeutend älter als Spinello, da er 
Schon 1349 bei der Stiftung der Malergesellschaft in Florenz neben Jacopo 
di Casentino Beamter derselben wurde. Anm. z. Yasari II. 181i 
m") An der Thüre des Baptisteriums nennt er sich als Andreas Ugolini 
Nini de Pisis. 
T] Andreuccius pisanus famulus magistri Johannis. Cicognara III. 390.
        

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