Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972669
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GiottoÄs 
Schule. 
gestifteten Sakristei-Capelle. Vasari schreibt sie ebenfalls dem 
Taddeo zu, allein sie hat viel weichere Formen und wird wahr- 
scheinlich erst um 1379, welche Jahreszahl das Altarblatt trägt, 
entstanden sein. Noch näher schloss sich dann Angelo Gaddi bei 
seinen herrlichen Fresken im Dome zu Prato dem väterlichen Vor- 
bilde an. 
Unter den Schülern Taddeds scheint Jacopo di Casen- 
tino der bedeutendste gewesen zu sein. Er wurde bei der Grün- 
dung der Malergesellschaft zu Florenz im Jahre 1349 nicht nur 
in den Vorstand gewählt, sondern auch beauftragt, das Altarbild 
für ihre Capelle zu malen. Dies Bild ist nicht erhalten und über- 
haupt besitzen wir von den zahlreichen Arbeiten, die Vasari ihm 
zuschreibt, nur einige Figuren an den Pfeilern in Orsanmichele 
zu Florenz und ein Altarwerk mit vielen Gemälden hauptsächlich 
aus der Geschichte St. Johannes des Evangelisten aus dem Kloster 
von Prato vecchio, welches sich jetzt in der Nationalgallerie zu 
London befindetk). In beiden zeigt er sich als treuen aber etwas 
steifen Nachfolger Taddeds. 
Bedeutender war ein anderer Schüler dieses Meisters, Gio  
vanni da Melano, was auch in der von Vasari mitgetheilten 
"Sage anerkannt ist, dass Taddeo bei seinem Tode seinen Sohn 
Angelo an Giovanni verwiesen habe, um von ihm die Kunst, an 
Jacopo da Casentino, um von ihm gute Sitte zu erlernen. YVir 
besitzen mehrere Gemälde dieses Meisters. Auf einer Tafel in der 
Akademie von Florenz, auf der er sich mit vollem Namen und der 
Jahreszahl 1365 nennt, ist die Klage der Frauen um den Leich- 
nam Christi in energischer aber etwas ungeschickter XVeise dar- 
gestellt, indem die Leiche in aufrechter Stellung erscheint und der 
Ausdruck des Schmerzes in den Gesichtern der Frauen wie an 
Vältern deutschen Statuen fast einemhachen gleicht 321:). Noch ge- 
ringer soll eine vor wenigen Jahren in Prato entdeckte 'l'afel sein, 
Madonna mit dem Kiude, vier Heilige und auf der Predella See- 
nen aus dem Leben der Jungfrau, auf der er sich Wieder mit vol- 
g] Nro. 580. Es stammt wie die meisten dieser ältern italienischen 
Bilder der National-Gallerie aus der Sammlung Lombardi. Vasari erwähnt 
nur, dass Jacopo für dieses Kloster gemalt habe. 
m") Abbildung bei Rosini II. p. 112.
        

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