Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972657
Taddeo 
Gaddi. 
419 
ein grosses Altarwerk aus dem Kloster del Sasso in Caseutino, 
jetzt im Nationalmusetim zu London, ist zwar von V asari nicht 
ausdrücklich erwähnt, obgleich er von einer andern Arbeit Tad- 
deois in diesem Kloster spricht, und die zum 'l'heil zerstörte In- 
schrift lässt nur das Jahr der Stiftung 1337 erkennende), allein 
die Verwandtschaft mit jenem ersten, kurz vorher entstandenen 
Bilde berechtigt uns, es dem 'l'addeo zuzuschreiben. Es enthält 
auf der Haupttafel die 'l'aufe Christi, auf den Flügeln St. Peter 
und St. Paul, in den Giebeln Gott Vater, die Jungfrau und den Pro- 
pheten Jesaias, in der Predella die Geschichte Johannes des Täu- 
fcrs. Auch hier wieder das tiefere Colorit und besonders auf dem 
Hauptbilde die strenge rechtwinkelige Form der Köpfe, dabei 
aber schon in den Zügen Gottes und der statuarisehen Heiligen 
eine grössere Milde und Freundlichkeit und besonders in der 
Predella eine grosse Anmuth und eine Menge von liebenswürdi- 
gen aus dem Leben gegriffenen Zügen. Auch sind die Formen 
hier weniger spröde, so dass möglichertveise die Hand eines jün- 
geren, damals noch zu Taddeois WVerkstätte gehörigen Künstlers 
mitgewirkt hat. Unter den ihm zugeschriebenen Wandmalereien 
werden die der Capella Baroncelli in S. Crocc zu Florenz die 
sichersten sein. Sie enthalten das Leben d: r Maria, auf der einen 
Wand von ihrer Geburt bis zur Vermählung, auf der andern von 
der Verkündigung bis zur Anbetung der Könige, zwar noch in 
Strenger unvollkommener Zeichnung und trüber Farbe, aber wie- 
derum mit anmuthigen, aus dem Leben gegritfenen Zügen. Die 
Vvocheustube der h. Anna, der Hochzeitszug bei der Vermäh- 
lllug sind schon ganz als floreutinische Hergänge geschildert, und 
bei der Erscheinung der Engel unter den Hirten hat der Maler den 
Versuch einer nächtlichen, von schwachem Monde beleuchteten 
Scene gemacht. Daher fanden denn auch diese Compositiouen 
Solchen Beifall, dass sie von den späten-n Malern dieser Schule 
Wie ein typisches Gemeingut behandelt und mit wenigen Abwei- 
ßhuugen wiederholt wurden. Eine solche Wiederholung findet 
Sich schon in derselben Kirche in der von der Familie Rlllllßßllli 
a] Es sind nur die Zahlzeirhen    XXXVII. erhalten. Da aber Taddeo 
das Jahr 1387 nicht erlebte, wird man 1337 lesen müssen. Nro. 579 d. 
Kav- d. NaL-Gall. 
27'?
        

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