Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972636
Taddeo 
Gaddi. 
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Wichtiger ist uns Taddeo Gad di (1300-1366), der 
Sohn des obenerwähnten, angesehenen Malers Gaddo Gaddi, als 
der treueste Schüler Giottois, von dem er zur 'l'aufe gehalten war 
und in dessen Werkstatt er vier und zwanzig Jahre lang, bis zu 
dem Tode desselben, arbeitetük). Er wurde demnächst wie in der 
Leitung des Dombaues, so auch als Oberhaupt der Schule sein 
Nachfolger, lebte dann noch ein Menschenalter und hinterliess 
mehrere namhafte Schüler. Vasarihäuft auf seinen Namen eine 
grosse Menge, zum Theil noch jetzt erhaltener Gemälde, die aber 
Sehr verschiedene Hände verrathen und zum Theil erst lange nach 
seinem Tode entstanden sein werden. Zum Gliicke besitzen wir 
ein ganz sicheres von ihm mit seinem Namen und der Jahreszahl 
1334 bezeichnetes YVerk, Welches uns als Anhalt bei Prüfung i 
der übrigen dienen kann. Es ist ein kleines, jetzt im Berliner Mu- 
seum belindliches läiptychoiiipk). Das M ittelbild enthält die Jung- 
frau mit dem Kinde in einer gothischen Halle thronend nebst den 
anbetexiden Stiftern und einigen Heiligen, von den Flügeln der 
eine Vorgänge aus der Geschichte der heiligen Magdalena und 
die Geburt Christi, der andere die Kreuzigung. Auf den Aussenseiten 
stehn verschiedene Heilige nebst der eigenthümlichen Darstellung, 
dass Maria und Johannes einander die Hände reichen, während Chri- 
stus sie gleichsam einsegnet, indem er seine Hände auf ihre Schul- 
tern gelegt hat. Die Gewandbehandlung ist ganz wie bei Giotto, 
auch die Zeichnung im XVesentlichen dieselbe; das stumpfe Pro- 
{il mit unvollkommener Ausbildung des Schädels tritt sogar bei 
ihm noch auffallender hervor. Diese Unvollkommenheit der Zeich- 
Gemälde der himmlischen Heerschaaren in der Unterkirche von Assisi, dass 
man kaum glauben könne, dass es aus so früher Zeit sei, und Baldinucci 
(E6. Piacenza I. p. 100. 199] hält es aus unverwertlichen Gründen für 
Wahrscheinlich, dass er Giottds Enkel, Sohn seiner Tochter von dem Maler 
Riccio di Lapo gewesen, was auch auf eine spätere Zeit deuten würde. 
 Diese genauen Details verdanken wir theils dem Cennino di Andrea 
Cennini, der als Schüler von Angelo, dem Sohne des Taddeo Gaddi, davon 
Wohl unterrichtet sein konnte, theils den von Rumohr (It. Forsch. II. 166) 
erltdeckten urkundlichen Nachrichten. Vergl. Vasari a. a. O. II. 119. 
 Anno domini IWICCCXXXIIII mensis Septembris Tadeus me fecit. 
Rumohfs Unheil über Tarldeo, It. Forsch. II. 78, ist im Ganzen treiIend, 
wenn ich auch in der Würdigung mancher Einzelheiten abweiche. 
VII. 2T
        

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