Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972330
in 
der 
Arena 
ZU 
Padua. 
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mittelbar vor Augen stand. Daran reiht sich dann die Erzählung 
der auch hier wieder dem Besehauer vorzuführenden Heilsthat- 
sachen, indem nun neben dieser Glorie an der obersten Stelle der 
Seitenwand die Geschichte der Jungfrau und ihrer Aelteren an- 
hebt, Welche in zwölf Bildern, je sechs auf jeder Seite derWVand, 
vom Triumphbogen ausgehend und zu demselben zurückkehrend, 
auf die Verkündigung, nun als historischen Moment, hinüberlei- 
tet. Unterhalb dieser hiermit abgeschlossenen ersten Reihe beginnt 
dann eine zweite wiederum auf beiden gegenüberstehenden YVäti- 
den fortgesetzte, welche, neben dem 'l'riumphbogen mit der Visi- 
tation anfangend, das Leben Christi bis zum ltlinzuge inJerusalem 
darstellt, und demnächst. eine dritte mit der Passionsgescltichte 
bis zur Ausgiessung des h. Geistes. Nachdem so in diesen 38 
Bildern die Geschichte Christi und der Gründung seines Reiches 
auf Erden vollendet war, blieb nun noch übrig, seine YViederkehr 
als Weltrichter zu verkündigeu, weshalb denn das jüngste Ge- 
richt, und zwar, wie auch sonst, damit es dem vom Altare zurück- 
kehrenden Besucher vor seinem Ausgange mahnend vor die Seele 
trete, auf der Eingangswantl dargestellt ist. Andererseits aber 
war die Geschichte der Jungfrau bis zu ihrer Krönung zu voll- 
enden, was hier im Innern des Chcres in einigen, jedoch, wie es 
Scheint, von späterer Hand ausgeführten und jedenfalls völlig 
übermalten Bildern geschehen istie). Ausserdem sind dann im 
Schiffe der Kirche unter den historischen Bildern, offenbar mit 
Beziehung auf das jüngste Gericht, an den beiden Seitenwänden 
grau in grau die sieben 'l'ugenden und die ihnen entsprechenden 
Sieben Laster in allegorischen Figuren dargestellt. Die Erhaltung 
der Bilder ist unerwartet gut; einzelne scheinen schon ursprüng- 
llCh von Schülerhand, andere haben mehr oder weniger durch 
Feuchtigkeit oder das Abfallen gewisser Farben gelitten, einige 
Sind auch ganz oder theihrveise übermalt, die meisten aber voll- 
m) Man hat diese Gemälde im Chor lange dem Taddeo di Bartolo zu- 
geschrieben, welcher nach Vasari (II. 220) in Padua und zwar in der Arena 
und im Santo "alcune tavole ed altre cose" ausführte. Dass dies auf die 
Wandgemälde des Chors zu beziehen, ist aus vielen Gründen unwahrschein- 
lich, und nur bei einer Madonna mit dem Kinde, die hier in einer Nische 
angebracht ist, denkbar, obgleich sie eher späteren Styls scheint. 
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