Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972294
Giotto. 
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Gönner, dem Signore von Padua, weil er nichts Anderes besitze, 
das dessen würdig sei. Boccaz nennt ihn den besten Maler der 
Welt, eines der Lichter des florentinischen Ruhmes, den Hersteller 
der durch die Irrthümer vieler Jahrhunderte begrabenen Malerei 
und fügt wiederholt noch anderes Lob hinzuzt). Auch die Geschicht- 
SchreiberilehmenvonilnnNotiz. Der Chronist Bicobaldo glaubt schon 
131?,also im sechs und dreissigstenJahre des Malers, ihn und seine 
berühmtesten XVerke bei der Schilderung der damaligen Zustände 
Italiens erwähnen zu müssen, und Giovaimi Villani rühmt ihn als 
den vorzüglichsten aller damaligen Maler und als den, der alle 
Handlungen und Gestalten auf s Natürlichste gezeichnet habeikili). 
Das Stärkste aber ist jene Urkunde von 1334 über seine Ernen- 
nung zum städtischen Obermeister, wo die Stadtbehörden erklä- 
ren, dass er als ein grosser und theurer Meister in seiner V ater- 
stadt zu empfangen und zu halten sei, und wo jedes YVort die 
Sorgfalt des städtischen Secretärs erkennen lässt, ihm alle Ehre 
zu erzeigen und ihm alle Geschäftsverhältilisse leicht zu machen. 
Die italienischen Städte und besonders Florenz hatten schon im 
XIII. Jahrhundert vielfache Beweise davon gegeben, dass sie 
Verdienste zu würdigen und sich anzueigilen suchten, aber eine 
Begeisterung für künstlerische Leistungen, wie sie Giotto erfuhr, 
war doch noch nicht dageweseil. Und diese Meinung von Giottds 
hoher Bedeutung war nicht etwa eine vorübergehende Mode, 
Sondern die Ueberzeuguilg mehrerer Generationen, bis in die 
Tage des Cennini und des Ghibertit-Wk] hinein, also mehr als 
hundert Jahre lang. 
i) Vgl. eine unten noch anzuführende Stelle in der Amorosa visione, 
besonders aber die Nov. ö. des sechsten Tages im Decamerone, wo, wenn 
man auch auf die Worte des Rechtsgelehrten Forese, der Giottsfs Hässlich- 
keit mit seinem Malerruhme in Contrast bringt (il miglior dipintor del mondo] 
kein Gewicht legen will, doch die pomphafte Einleitung ein Zeugniss des 
Autors für Giottos Grösse ist. 
w) Die Stelle des Ricobaldo s. oben. Villani Lib. XI. c. 19. Il piü 
Sovrano maestro in dipintura che si trovasse al suo tempo, _e quelli Che 
Piü trasse ogni figura ed atti al naturale. 
 Neben Cennini und Ghiberii ist auch Michael Savorlarola als Zeuge 
der langen Verehrung Giottmfs anzuführen, indem er in seiner 1440 erschie- 
nenen Schrift de laudibus Patavii Giotto den ersten Künstler bis auf die
        

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