Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972283
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Italienische 
Malerei. 
Ausser diesen bisher genannten Arbeiten hatte er in Arezzo, 
im Schlosse zu Verona, in Ferrara, Ravenna, Urbino, dann in 
Florenz in den Kirchen del Carmine, Ognisanti und an andern 
Orten, besonders in S. Croce sehr umfassende VVandmalereien 
und endlich eine beträchtliche Zahl von 'l'afelbilderi1 ausgeführt. 
deren Entstehungszeit wir, da er niemals eine Jahreszahl darauf 
anbrachte, nicht genau angeben können, die aber Wahrscheinlich 
alle vor das Jahr 1334 fallen. 
Denn in diesem Jahre wurde er, anscheinend nach langer 
Abwesenheit nach Florenz zurückkehrend. von seinenMitbürgertt 
zum Obermeister aller öffentlichen Bauten ernannt und namentlich 
mit der Leitung des Dombaues und mit der Errichtung des 
Glockenthurntes neben demselben beauftragt, welcher Aufgabe er 
sich nun mit allen Kräften und mit vielseitigster 'l'hätigkeit wid- 
mete. Daneben führte er mehrere grosse Malereien in Florenz 
aus, die Vasari nennt, wurde dann von der Stadt zu einem uns 
nicht näher bekannten künstlerischen Geschäfte nach Mailand ge- 
sendetit), starb aber unmittelbar nach seiner Rückkehr von da 
im Januar 1336 in Florenz. 
Schon dieser Umriss zeigt, in wie grossem Ansehen Giotto bei 
seinem Leben stand; seine Kunst wurde von allen Seiten begehrt, 
Päpste, Könige, MächtigeallerArtriefenihnvonweitherherbei, um 
ihm grosse, ehrenvolle Werke zu übertragen. Noch bestimmter geht 
dies aus den Aeusseruilgen seiner Zeitgenossen und der nächsten 
Generationen hervor. Dante's Verse, in denen er ihn als den, der 
„das Feld in derMalereibehauptethabe", also dochals denberühm- 
testen Malerseiner Zeitnennt, sind bekannt. Petrarca bezeichnet ihn 
wiederholt als den ersten Maler seiner Zeit  In seinem 'l'esta- 
mente vermachte er ein Bild von Giotto mit der Geschichte der 
Jungfrau, das er geschenkt erhalten, „dessen Schönheit den 
Laien unbegreiflich sei, die Kenner aber staunen mache". seinem 
m) Gio. Villani XI. c. 12. 
ßß] Im Ißinerarium Syriacum: Pictor nostri aevi princeps. In den Epist. 
famil. lib, 5 ep. 17 nennt er zwar ihn und Simon von Siena Zusammen als 
vorzügliche Maler, die er gekannt habe. zeichnet aber Giotto durch den 
Zusatz aus, dass sein Ruhm unter den Neuem gewaltig Sei (cujus inter 
modernes fama ingens est). Die Stelle des Testaments theilt schon Vasari mit.
        

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