Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972273
bilono. 
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Vor 1312 hatte er dann auch schon in Bimini im S. Francesco 
die umfangreichen Malereien ausgeführt, die schon zu VasarPs 
Zeit durch den Abbruch dieser Kirche zerstört waren, auch wer- 
den viele seiner Arbeiten in Florenz schon früher fallen, nament- 
lich die in der Kapelle des Palazzo del Podesta, in denen er 
Dante, dessen Lehrer Brunetto Latini und andere bekannte Per- 
sönlichkeiten porträtirte. Mehrere Tafelbilder von seiner Hand, 
die in die Kirche von S. Maria novella gestiftet waren, werden in 
einem Testamente von 1312 erwähntii]. Einige Zeit nachher 
wird er den Ruf an den päpstlichen Hof nach Avignon erhalten 
haben, wo indessen nur noch sehr zerstörte und zweifelhafte Ue- 
berreste ihm zugeschrieben werden. Von da lässt ihn Vasari 
1316 nach Italien zurückkehren, darauf im Jahre 1322 Arbeiten 
in Lucca ausführen, die nicht mehr existiren, und dann einige Zeit 
lang inFlorenz bleiben, was auch nach allem sehr wahrscheinlich 
ist. Von hier aus ging er dann, durch den damals in Florenz an- 
wesenden Herzog von Calabrien bestimmt, dem Wunsche des 
Königs Robert gemäss nach Neapel, wo er unter anderem im 
Kloster S. Chiara grosse Gemälde ausführte, von denen die 
neuerlich aufgedeckten im Refectorium durch die dargestellten 
Personen der königlichen Familie ihre Entstehung im Jahre 1327 
bestätigen. Dass er noch im Jahre 1330 dort war, ergiebt eine 
Urkunde dieses Königs, in welcher derselbe ihm den Rang eines 
Hofgenossen (familiaris), nebst allen Ehren und Privilegien die- 
Ser Stelle und mit der WVohnung im Palaste beilegtM-i). Schwer- 
lich aber wird dieser Aufenthalt viel länger gedauert haben. 
erst 100 Jahre später schreibende Michael Savonarola (de laudibns Pataviae. 
MuratoriScr.XXIV.1170.) behauptet sogar, dass er daselbst "maximam 
51138 vitae partem" zugebracht habe, was gewaltig übertrieben ist, aber doch 
Vßrmuthen lässt, dass er von einem langen Aufenthalte gehört hatte. 
i") Dessen wesentlichen Inhalt die Herausgeber des Vasari a. a. O. S. 329 
lnittheilen. Es handelt sich um ein Crucifix, welches noch vorhanden, aber 
V01! Schülerhand (nach Vasari von Puccio Capanna) ist, um ein Madonnen- 
bild, und um eine andre nicht näher bezeichnete pulcra tabula.  Für die 
Zeit der Malereien in Rimini ist Ricobaldfs angeführte Aeusserung ent- 
scheidend. 
H) S, darüber Schulz, Unteritalien, die Urkunde im Vol. IV. Nr. 406, 
dlß Sonstigen Erörterungen III. 82 und 15A. sehr snrßäfältiße Abbildungen 
wir ÄQÄÜ Jxtlmcleclcteii FlTklUJI] Txzf. SÜ-"ÄÜÜ.
        

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