Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-972261
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Italienische 
Malerei. 
selben bewahrt, die Fresken der Tribune aber natürlich mit dem 
Abbruche derselben verschwunden. Gleich darauf übertrug ihm 
Bonifaz VIII. selbst Wandgemälde in der Vorhalle der Lateran- 
kirche zur Erinnerung an die Verkündigung des Jubiläums von 
1300, von denen ein Fragment jetzt innerhalb der erneuerten 
Kirche zu sehen ist?) Dies Fragment hat in der That noch 
nicht die volle Freiheit und Bedeutung der späteren Fresken 
Giottois, und jene Ueberreste des Altars sind, obgleich von gros- 
sem Werth, noch in dem dunkleren Tone der älteren Schule ge- 
malt, den Giotto nachher mit einem leichteren vertauschte, so dass 
bei beiden die frühe Entstehung Wahrscheinlich ist. Bald darauf 
muss Giotto nach Padua gekommen sein, WO er mehrere Jahre 
mit grossen Werken beschäftigt war; wahrscheinlich zuerst im 
Franciscanerkloster von S. Antonio, dann im Palazzo publico, 
wo seine G-emälde jedoch durch die noch jetzt vorhandenen von 
1420 verdrängt sind, endlich in der Capella dell? Arena, wo er im 
Jahre 1306 Dante's Besuch erhieltm). 
Ü Abbildung dieses Fragments bei Agincourt Taf. 115. Die Stiftungen 
des Kardinals de" Stefaneschi sind im Necrologium der Peterskirche aus- 
führlich mit Angabe der bedeutenden dafür ausgegebenen Summen und des 
Malers aufgezählt. Vgl. die Stelle nach Torrigio delle sacre grotte Vaticane 
bei Baldinucci Notizie in der Ausg. von Piacenza I. 84. Auch ein Codex 
mit dem Leben des h. Georg im Archiv der Canonici von S. Pietro, dessen 
Miniaturen Giotto mit Wahrscheinlichkeit zugeschrieben werden, soll für 
diesen Kardinal gefertigt sein. Beschr. Roms II. 1. 204. 
 Dante's Oommentator Benvenuto da Imola (Murat. Antiqu. I. 1186) 
erzählt: Accidit autem quod dum Giottus pingeret Paduae adhuc satis 
juvenis unam eapellam in loco ubi fuit olim theatrum s. Arena, Dante 
pervenit ad locum. Quem Giottus houorifice reeeptum duxit ad domum 
suam etc. Die Kapelle war 1303 gegründet, Dante's Besuch in Padua fallt 
aber in das Jahr 1306, wie ein von ihm daselbst in diesem Jahr geschlossener, 
noch im städtischen Archive bewahrter Contract beweist (Förster im Kunstbl. 
1837. S. 354. Der Oontract selbst bei Palli im 4. Bande der im J. 1758 
zu Venedig herausgegebenen Werke Dante's]. Vasari lässt Giotto zwei Mal 
in Padua arbeiten, und zwar das erste Mal 1306 im Santo (der Kirche des 
h. Antonio), das zweite Mal aber nach 1334 in der Arena, was theils durch 
das Zusammentreffen mit Dante im J". 1306, theils durch die oben angeführte 
Stelle des Ricobaldi von Ferrara widerlegt wird, wonach alle diese Malereien 
in Padua vor 1312 fallen. Wahrscheinlich vollendete Giotto alle dortigen 
Arbeiten in einem ununterbrochenen mehrjährigen Aufenthalte. Der freilich
        

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