Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968635
Geregelte 
Verwaltung 
der 
Städte. 
I9 
bloss Deutschland, sondern selbst jenem Frankreich, dessen ver- 
hältnissmässig ruhige Zustände den Deutschen beneidenstverth 
erschienen. Selbst kleinere und entlegenere Communen besassen 
schon im XIII. Jahrhundert Einrichtungen für das Wohl und die 
Bequemlichkeit der Bürger, welche den grössern Städten des 
Nordens zum Theil noch lange fehlten; Strassenpflasterrxng, Ab- 
zugskanäle, Wasserleitungen, öffentliche Bäder, eine einsichtige 
polizeiliche Fürsorge für die Bedürfnisse der Bevölkerung, für 
die Verhütung von Feuersgefahr und andern Nachtheilen, für die 
Förderung der Industrie. Auch unterhalten die bedeutenderen 
Städte schon frühe einen geregelten diplomatischen Verkehr, um 
den politischen Horizont zu beobachten und sich ihrer Ange- 
hörigen auch im Auslande möglichst anzunehmen. Diese sorg- 
fältige Administration erforderte dann freilich auch Verhältniss- 
mässig bedeutende Einnahmen, und lehrte die Lenker frühe, darauf 
zu denken, wie diese ohne drückende Belästigung der Bürger her- 
beizuschaffen seien. WVir linden daher, neben den Zöllen von ein- 
gehenden Gütern und den leicht zu erhebenden, aber drückenden 
Vermögenssteuern eine grosse Mannigfaltigkeit sehr klug und 
vorsichtig angeordneter indirecter Abgaben. Monopole, die als 
eine bequeme Einnahme sich empfahlen und die selbst der kluge 
Friedrich II. in Neapel zahlreich einführte, wurden von den besser 
unterrichteten Handelsstädten verschmähet, dagegen kannten sie 
Staatsanleihen, freiwillige und gezwungene, sehr wohl, und die 
Commune in Florenz, die überhaupt in Finanzkünsten voranging, 
benutzte sogar den Handel mit diesen Obligationen zu einer 
Steuer. Durch alle diese Mittel wurde dann die Einnahme der 
Städte eine sehr bedeutende, in Florenz war sie im Jahre 1330 
grösser als im ganzen Königreiche Neapelä-t), und man_nahm an, 
dass sie leicht auf das Doppelte gesteigert werden konnm Bei 
einer solchen Finanzverwaltung bedurfte man denn aber auch 
einerseits einer sehr sorgfältigen Controlle und genauer schrift- 
licher Aufzeichnung und Berechnung der Beschlüsse und Quit- 
tungen, andrerseits aber auch statistischer Kenntnisse, um die 
Möglichkeit und den Erfolg der einzelnen Steuern vorher zu 
a) 300,000 m 
lgulden (6 Millionen 
Franken).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.