Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971971
Duccio 
di 
Buoninsegna. 
353 
die Inschrift, Welche selbst in ihrer lateinischen Fassung einen 
charakteristischen Ausdruck von Innigkeit hat: 
Mater sancta Dei sis causa Senis requiei. 
Sis Ducio vita, te quia depinxit ita. 
Die Rückseite?) enthält in 26 Bildern die ganze sehr aus- 
führlich erzählte Passionsgeschichte von dem Einzuge in Jeru- 
salem an bis zu dem Gange nach Emmaus. Auf der Vorderseite 
glaubt man den Schüler des Cimabne zu erkennen , so sehr glei- 
chen die Züge dieser Madonna und selbst der Nebengestalten 
dem Werke des florentiner Meisters. Der Typus ist durchweg 
derselbe byzantinisirende, mit vollem offenem Ovale, feinem Na- 
senrüeken und starken Schatten an den Augen, der Nase und dem 
Halse. Aber doch ist schon Alles freier, leichter geworden, in 
den älteren Köpfen die naturgemässe Durchführung der Gesichts- 
falten, an den jüngern der Schönheitssirln weiter ausgebildet als 
bei Cimabue. Besonders aber ist die Rückseite durch den Reich- 
thum ihres Inhalts und durch die geist- und liebevolle Durchfüh- 
rung anziehend und bewundernswerth. Die Zahl der 26 Bilder 
entsteht dadurch, dass vier Reihen von je sieben Feldern ange- 
ordnet, darunter aber der Einzug in Jerusalem in der untern und 
die Kreuzigung in der obern Hälfte, jenes gleichsam als Titel- 
blatt, dieses als der wichtigste Moment des Ganzen die doppelte 
Höhe haben und also je zwei Felder füllen. Die chronologische 
Folge geht im Ganzen, wie in allen solchen Werken, der Schrift 
entsprechend von der Linken zur Rechten, jedoch hier von unten 
anfangend, und durch jene grösseren Bilder dergestalt modiiicirt, 
dass nicht jede der vier Reihen in sich, sondern nur je zwei Reihen 
zusammen ein Ganzes bilden und der Vortrag bei ihnen bald auf-, 
bald absteigt. Dieser Anordnung entspricht denn auch die Art 
der Darstellung, sie will vor Allem gelesen werden, die Momente 
erzählen, aber freilich in ihrer ganzen Kraft und Bedeutung, mit 
a) Nur diese ist in dem von Emil Braun zu Rom 1846 herausgegebenen 
Kupferwerke: La. passione di Gesü Christo nella Cattedrale di Siena, di- 
pintum di Duccio di Bino della Buoninsegna, in 2G sehr gut gezeichneten, 
von Bartoccini gestochenen grossen Blättern publicirt. Vergl. die lebendige, 
wenn auch in den Details nicht immer richtige Beschreibung der einzelnen 
Darstellungen von Fr. K. im Kunstbl. 1827 S. 193 ff. 
VII. 23
        

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