Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971941
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Anfänge 
italienischer 
Malerei. 
leeren Raum zwischen der äussern Einrahmung und jenem Me- 
daillon mit der Krönung mit heiterer und bedeutsamer Pracht 
füllt und belebt. Auch die Bilder aus dem Leben der Jungfrau, 
welche neben den spitzbogigen Fenstern unterhalb der Wölbung 
angebracht sind, erzählen in derselben einfachen und bestimmten 
Weise, wie Cimabue in Assisi. Allein trotz der Anklänge an 
diesen scheint Jacobus Torriti doch ein selbstständiger Künstler, 
der sich hauptsächlich nach ältern römischen Mosaiken gebildet 
hatte. Auch an der Vorderseite derselben Basilika, jetzt im oberen 
Stockwerke der später davor erbaueten Loggia, befindet sich ein 
reiches, nicht viel später entstandenes Mosaik, den thronenden 
Heiland mit Heiligen und Engeln und darunter die Grün- 
dungsgeschichte der Kirche darstellend  das Vasari mit Unrecht 
dem Gaddo Gaddi zuschreibt, indem sich daran ein andrer uns 
sonst völlig unbekannter Künstler, Philippus Rusuti, als Verfer- 
tiger nennt. Sie haben zwar bei VVeitem nicht den Werth der 
Arbeiten des Jacopo Torriti, aber sie zeigen doch, dass auch in 
Rom sich eine Schule malerischer Technik bildete, welche Vieles 
mit der toscanischen gemein hatte. 
Einen sehr viel bedeutenderen Fortschritt finden wir dann 
aber bei einem Zeitgenossen 'l'0rriti's auf toscanischem Boden. 
Duccio aus Siena, der Sohn des Niccolb di Buoninsegnaw], 
muss um oder etwas vor 1260 geboren sein, da er schon 1252 
als arbeitender Maler erwähnt wird. Wer sein Lehrer gewesen, 
ist uns nicht überliefert. Da in Siena die Kunst seit den Tagen 
Guid0's nichts Erhebliches geleistet hatte, und in seinen Werken 
sich Anklänge an Cimabue finden, ist es möglich, dass er dessen 
Werkstatt besucht hat. Wenigstens war er schon frühe in Flo- 
renz bekannt, da man ihm hier im Jahre 1285 ein grosses Werk 
anvertraute, über welches er, obgleich als in Siena wohnend be- 
zeichnet, den Contraet an Ort und Stelle schloss. Eine Brüder- 
 Eine kleine Abbildung des untern Theiles bei Agincourt tab. 18, 
N0. 19, eine grössere in dem angef. Werke von Valentini. 
u) In den Oontracten und Rechnungen wird er nur Duccius oder Duccins 
quondam Buoninsegne genannt. Der bei Milanesi Documenti pag. 169 an- 
geführte Chronist, der sehr wohl unterrichtet scheint, nennt ihn aber Duccio 
di Niccolö.
        

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