Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971932
Jacobus 
Torriti. 
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Bilder scheint der Künstler die Aufgabe gehabt zu haben, die 
durch den Abbruch der älteren Tribune zu Grunde gegangene 
Darstellung nur mit einigen Zusätzen zu wiederholen; das in 
Wolken schwebende kolossale Brustbild Christi ist sogar, wie 
eine Inschrift ausdrücklich sagt, aus dem alten in das neue M0- 
saik verpflanzt. Unter diesem Brustbilde steht dann das Kreuz 
als crux gemmata auf dem Paradieseshügel, aus dessen Strömen 
Hirsche und Lämmer trinken, dann zu beiden Seiten desselben 
je drei ältere Heilige, Maria, der Täufer und vier Apostel, die, 
ohne Zweifel Weil sie aus der alten Composition stammen, in 
grösserer Dimension sind, als die dazwischen eingeschobenen 
neuen Heiligen Franciscus und Antonius und der knieende Papst 
Nicolaus IV. Darunter dann der Jordan mit dem Flussgotte, 
Genien, Vögeln und Fischen. In der Zeichnung der Apostel sind 
die Anklänge an ältere römische Mosaiken nicht zu verkennen, 
aber in meisterhafter VVeise belebt, so dass sie mit der Grossar- 
tigkeit jenes älteren Styls bestimmteren, mannigfaltigeren Aus- 
druck verbinden. Auf seiner Höhe linden Wir den Meister dann 
in S. Maria maggiore, wo er in keiner Weise gebunden war und 
Aufgaben hatte, die dem Geiste seiner Zeit mehr zusagten. Das 
Bild enthält in der Mitte auf gestirntem Grunde die Krönung 
Mariä, beide Gestalten auf reichem Throne sitzend in kolossaler 
Grösse, Christus von breiter mächtiger Bildung des Kopfes und 
Körpers, durchweg noch an die Bilder des ältern Mosaikenstyls 
Qritinernd . die Jungfrau dagegen schlank und zart und mit spre- 
chender Gebehrde der Demuth und Verehrung. An dem Rand 
des Kreises, der diese I-limmelsscene umschliesst, sieht man eine 
_Schaar von Engeln, wie bei Cimabue als liebliche und edle 
Jünglingsgestalteil gebildet, und dann auf beiden Seiten wiederum 
Je drei Heilige, bei denen nun aber S. Franciscus und Antonius 
Sßhon gleiche Grösse mit den Aposteln erhalten haben. Dazu 
kommt dann ein Bankengexzvächs, das, aus dem Boden hinter jenen 
Heiligen hervorspriessend, sich zum weiten Baume entfaltet, in 
Welchem Pfauen, Tauben und andre Vögel hausen, und so den 
meisten italienischen Schriftstellern eine Stelle in der Sellßäef Schule V61- 
Sßhafft hat, wird. weder durch die Endung seines Namens, noch durch den 
StYl seiner Zeichnung bestätigt.
        

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