Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971873
Cimabue 
in 
Assisi. 
343 
grosses Gewicht auf ihn legt 41). Ob Cimabuels Ruf ihm auch 
sonst Aufträge ausserhalb Toscanais verschaffte, ist unsicher, ob- 
gleich man in Padua die Fresken einer im XV. Jahrhundert abge- 
brannten Kirche ihm znschrieb hie), gewiss aber, dass er im Jahre 
1302 nebst mehreren andern, aber wie es scheint ihm unterge- 
ordneten Meistern an dem Musivgemälde in der Chornische des 
Pisaner Domes und zwar die Kolossalgestalt des segnend sitzen- 
den Christus nebst dem dabeistehenden Johannes arbeitete. Die- 
ser ist schon von etwas freierer Zeichnung, jener dagegen, viel- 
leicht weil es dieser Stelle und dem kolossalen Maassstab ange- 
messen schien, noch ganz in byzantinischer Weise hager, starr 
und mit hergebrachter Gewandbehandlung, doch mit mehr als 
gewöhnlicher Freundlichkeit des Ausdrucks gebildet. Es War 
wahrscheinlich das letzte, schon bei abnehmender Kraft begon- 
nene Werk des Meisters und vielleicht durch seinen Tod unter- 
brochen, da die auf der andern Seite des 'l'hrones stehende Maria 
erst einige Jahre später von einem andern Meister hinzuge- 
fügt  
Cimabue stand in seinem ganzen Bestreben keinesweges 
allein, vielmehr gab es in und ausserhalb Florenz zahlreiche, zum 
 Vergl. die ausführliche und begeisterte, aber freilich auch etwas 
üherschwengliche Beschreibung dieser Gemälde von Fr. K. im Kunstbl. 1827 
S. 135 ff. 149, welche vielleicht dazu beitrug, Rumohr (II. 37) soweit zu 
verstimmen, dass er seinerseits sie nur mit wenigen wegwerienden Worten 
erwähnt. Wenn sie auch "weder durch Urkunden noch Aufschriften" als 
Werk Cirnabue's beglaubigt sind, so zeigt doch ihre Vergleichung mit den 
zahlreichen ältern so wie mit den spätern, dem Giotto beigelegten Wand- 
gßmälden in Assisi, dass sie von einem der Zeit nach dazwischen stehenden, 
bedeutenden Meister herrühren, dass daher Vasarfs Angabe jedenfalls wahr- 
scheinlich ist, nnd die Kunstgeschichte weder ein Recht noch ein Interesse 
hat, dieselbe zu bezweifeln. 
"Ü Der Anonymus des Morelli (Notizia d'opere di disegno p. 17 und 
119) sah in einer Privatsammlung in Padua ein in Holz eingerahmtes Stück 
eines Wandgemäldes "von Cimabue" aus der schon damals abgebrannten Kar- 
Ineliterkirche daselbst. 
"Ü S. bei E. Förster, Beiträge S. 98. die von Ciampi entdeckten Stellen 
der Rechnung, nach welchen Cimabue für sich und einen Famulns einen 
Tagelohn von 10 Soldi bezog, während die andern Meister nur 3 bis 4 er- 
hielten.  Der Meister der Maria ist ein gewisser Vincinns aus Pistoja. 
Vßrgl. die Anm. zu Vasari a. a. O. S. 296.
        

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