Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971838
Florenz. 
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Täufer und rings umher sein Leben in zwölf Geschichten kleiner 
Dimension, in richtiger und ausdrucksvoller Zeichnung, mit ver- 
ständiger Anordnung und poetischem Sinne dargestellt. Der Ein- 
fluss des Griechischen ist, wenn überhaupt vorhanden, schwach 
und nur in der ziemlich nugeschickten Färbung zu erkennen?) 
und die Architektur mit ihren schlanken zweitheiligen Fenstern 
weist auf die Zeit nach der Mitte des XIII. Jahrhunderts hin, 
womit auch der Styl keinesweges im Widerspruche steht. Das 
zweite Bild in ganz ähnlicher Weise den h. Petrus verherr- 
lichend, ist viel geringer aber wohl nicht jünger. 
Auch in Florenz beginnt die Reihe malerischer Monumente 
nicht erst mit Cimabue, sondern etwa vierzig Jahre früher mit 
einem Werke aus der Zeit des Giunta und des Guido von Siena, 
nämlich mit dem Mosaik in der Altarnische des Baptisteriums, 
dessen ausführliche Inschrift Vasari offenbar nicht gelesen-hat, 
da sie mit den genauesten Daten das Entstehungsjahr 1225 er- 
giebt, und danach der Franciscaner Fra Jacopo, den sie als Ver- 
fertiger nennt, nicht wie er annimmt, mit dem Jacopo da Turrita, 
der in den Jahren 1290 bis 1'295 die Mosaiken in S. Maria mag- 
giore und im Lateran verfertigte, identisch sein kann. Auch ist 
das Werk keinesweges so „wenig lobenswerthi", wie Vasari es 
schildert; seine einfache Darstellung, in der Mitte des Kreuzge- 
Wölbes das Lamm von Engeln umgeben, in jeder der vier Kappen 
je ein Prophet, ist in Haltung und Gewandung würdig und zeigt 
das Verständniss altchristlicher Motive ohne die specifischen 
Mängel und Eigenthümlichkeiten des byzantinischen Styles. Die 
Schlussverse der InschrifWFi-i), indem sie den Mönch einen in seiner 
Kunst vor Andern bewährten Mann nennen, lassen uns Florenz 
 Vgl. die ausführliche, etwas zu poetische Beschreibung von Fr. K. im 
Klmstbl. 1827 S. 207, und die Abbildung einer der kleineren Darstellungen 
bei Rosini I. ad p. 127.  Eine kl. Abbildung des Petrus bei Agincourt 
tab- 97 Nro. 9. 
"Ü Sancti Francisci frater fuit hoc operatus Jacobus in tali pre cunctis 
arte probatus. S. d. ganze Inschrift bei Rumohr I. 337 und den Beweis, 
dass dieser Jacobus nicht mit dem Jacobus Turrita (denn S0 1180m er Sich 
Selbst in der römischen Inschrift, nicht wie Vasari sagt: a Turrita) identisch 
Sei, schon bei Rumohr und besonders in der neuen Ausgabe des Vasari I. 
P- 288 H. 
228
        

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