Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971784
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Anfänge 
italienischer 
Malerei. 
1210 Meister Warte), und gewiss, dass er im Jahre 1236 in 
Assisi ein Bild des Gekreuzigten für Fraler Helias, den Nach- 
folger des h. Franz, malte, und noch im Jahre 1255 in Pisa lebte, 
und zwar als ein angesehener vermögender Mann, der mit dem 
Adel dem neuen Erzbischof einen Lehnseid schwörtg-d-t). Jener 
Cruciiixus von Assisi ist verschwunden, wohl aber existiren drei 
mit dem Namen des Malers bezeichnete Darstellungen desselben 
Gegenstandes, die eine in S. Maria degli Angeli bei Assisi, die 
andre in der kleinen Kirche S. Ranieri zu Pisa, die dritte endlich, 
aber fast zerstört, in dem Hospital der h. Clara daselbstwbäi). Sie 
enthalten sämmtlich den nur mit kleinem Schurz bekleideten und 
mit vier Nägeln angehefteten Christuskörper und ausserdem oben 
und an den Enden der Querarme die kleinen Gestalten Gottes 
des Vaters, der Maria und des Johannes. Die Zeichnung des 
Körpers ist hart und noch immer mit dunkeln Umrissen, der Aus- 
druck durchaus schwer und trübe. Das Haupt mit halbge- 
schlossenen, geschützten Augen ist nach der rechten Seite hinge- 
senkt , der Leib zwischen den in runder Linie hervortretenden 
schwerlich, wie Lanzi will, in Juntini zu ergänzen sein möchte (vergl. die 
Durchzeichnung in Ramboux, Umrisse zur Veranschaulichung altchristlicher 
Kunst Taf. 16-20). Die Inschrift auf dem Bilde in S. Ranieri (Rosini 
tab. III.) ist zwar unverletzt, aber ohne väterlichen Namen: Juncta Pisanus 
nie fecit. 
 Morrona (Pisa illustr. II. 117] fand in einer Urkunde von 1210 einen 
Juncta magister. Dass diese Jahreszahl bei dem Padre Angeli, in seiner 
Beschreibung von S. Francesco zu Assisi keine Bedeutung hat, habe ich 
schon oben gesagt. 
u) Die Inschrift des jetzt nicht mehr vorhandenen Bildes, welche die 
Stiftung durch Fra. Elia, den Malernamen Giuntzfs und die Jahreszahl 1236 
angiebt, ist von Wadding in seinen im Anfange der XVII. Jahrhunderts ge- 
schriebenen Annsles Minorum (vgl. die Inschrift bei Lanzi I. 9., bei Rosini I. 
108, bei Rumohr I. 341) mitgetheilt und unzweifelhaft richtig, da. bis dahin 
Giunta noch eine ganz unbekannte Person war. Vasari hatte ihn nicht ge- 
kannt und erst durch Waddingk Werk wurden die Pisanischen Gelehrten auf ihn 
aufmerksam. Vgl. darüber Rosini 1.107. Vasari hatte auch die Inschrift 
auf dem Bilde nicht gelesen und schreibt dasselbe dem Margaritone d'Arezzo 
zu (a. a. O. S. 307].  Das Doeument, wonach Giunta 1255 noch auftrat, 
findet sich ebenfalls bei Ciampi a. a. 0. 
w") Ich kenne dies dritte Bild nicht, und erfahre davon erst durch Rosini 
I. 88. Das jetzt in S. Ranieri befindliche war früher im Kloster S. Anna.
        

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