Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971699
Arnolfo 
di 
Cambio. 
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Säulen erinnern auch hier, wie an dem 'l'abernakel von St. Paul, 
an die Schule der Cosmaten, mit der er in Rom in Berührung ge- 
kommen war. 
Andre Bildwerke Arnolfo's können wir nicht mit Sicherheit 
nachweisen. In Orvieto befindet sich noch am Aeusseru eines 
öffentlichen Gebäudes in einer Nische die Porträtbüste eines 
Bolognesefs Rainaldus Bovini, der hier 1277 das Amt des P0- 
destit angetreten hatte, die sehr charakteristisch, aber mit derben 
Ziigen das kluge Gesicht eines kräftigen Mannes darstellt, in- 
dessen doch nicht bedeutend genug ist, um ihm zugeschrieben 
zu werden. In Rom ist die sitzende Statue Karls von Anjou, 
welche noch jetzt im Senatorenpalast bewahrt wirdic), und die 
man versucht ist, ihm zuzuschreiben, da er 1277 für diesen König 
hier arbeitete, für seine Hand zu roh. Vasari legt ihm in einem 
Zusatze zu der zweiten Ausgabe seines Werkes mehrere Sculp- 
turen in Rom bei, die er früher dem Dlarchionne von Arezzo zuge- 
schrieben hatte; allein auch sie sind, obgleich in einem verwand- 
ten Style; doch nicht bedeutend genugßg). 
Dagegen lässt sich eine Anzahl plastischer WVerke nachwei- 
sen, welche ähnlich wie die des Arnolfo Anklänge an die freie, 
breitere Auffassungsweise Niccolifs, aber in gröberer, derberer 
Behandlung ohne alle Verwandtschaft mit der Antike und mit 
populären Motiven verbunden zeigen. Einige derselben sind 
"j Burckhardt im Cicerone erwähnt sie irrig als nicht mehr vorhanden. 
"j Vasari giebt diesen Zusatz erst im Index der zweiten Ausgabe und 
nennt als Werke Arnolfo's in S. Maria maggiore 1] ein Präsepium, von wel- 
chem wirklich noch die drei Könige und der h. Joseph jetzt in der Krypta. 
unter der Capella Sistina erhalten. sind, 2] das Grab des Papstes Honorius III. 
aus dem Hause Savelli. Plattner, Beschr. Roms III. 2, 294 vermuthet, dass 
die sogleich im Texte zu erwähnende, im Hofe bei dieser Basilika liegende 
Bischofsstatue daher stamme, indessen ist sie zu roh. Endlich schreibt Vasari 
ihm 3] die Kapelle und das (jetzt in den vaticanischen Grotten befindliche) 
Grabmal Bonifaz VIII. in S. Pietro zu, worauf Arnolfo sogar seinen Namen 
gesetzt habe. Indessen der Name ist darauf nicht zu entdecken, und wenn 
es auch (wie Reumont a. a. O. S. 78 bemerkt) zufolge einer Bulle dieses 
Papstes vom Jahre 1300 damals schon vollendet war, ist es doch unwahr- 
scheinlich, dass dies gleich beim Regierungsantritte des Papstes (1294) ge- 
schehen war, während Arnolfo jedenfalls seit 1'294 in Florenz beschäftigt 
war. Vgl. die Abbildung bei Cieognara tah. XXlI.
        

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