Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971671
Arnolfo 
di 
Cambio. 
323 
Auftrage des Königs von Neapel beschäftigt, von welchem ihn 
die Peruginer vergeblich zur Mitarbeit an ihrem Brunnen erbitten, 
demnächst zu Rom, zu Orvieto und sonst ausserhalb Toscanzis 
arbeitend und erst 1293 Wieder in Florenz fit). Sein Einfluss in 
plastischer Beziehung ist dabei um so höher anzuschlagen, weil 
er als angesehener Baumeister Gelegenheit hatte, auch die plastischen 
Arbeiten Andrer zu leiten und auf ihren Styl einzuwirken. Schon 
Vasari, obgleich er grade über ihn vorzugsweise schlecht unter- 
richtet ist und ihn ursprünglich nur als Baumeister kannte, 
schreibt ihm einige Bildwerke in Rom zu, und Wichtiger ist, 
dass man seinen Namen an zwei wirklich hervorragenden Werken 
entdeckt hat. Das eine ist das 'l'abernakel in S. Paul vor den 
Mauern Roms, gothischen Styls und auf vier Säulen ruhend, wel- 
ches nach der darauf befindlichen Inschrift- im Jahre 1285 und 
zwar von Arnolfus nicht allein, sondern, wie es darin heisst, mit 
seinem Gehülfen Petrus ausgeführt istdik]. Wer dieser Petrus 
gewesen und welchen Antheil er an der Arbeit gehabt, ist unge- 
wiss, indessen lässt der NVortlaut der Inschrift darauf schliessen, 
dass Arnolfo der eigentlich geistige Urheber war und dass grade 
die besseren Leistungen von ihm herrühren. Der plastische 
Schmuck besteht in vier Statuen an den Ecken über den Säulen, 
St. Petrus, Paulus, Lucas und Benedict, in correspondirenden 
Reliefs in den dreieckigen Feldern neben den Bögen aller vier 
Seiten, auf einer Seite Abel und Cain opfernd, auf einer andern 
Seite die ersten Eltern, und endlich in schwebenden Engeln, 
welche äussserlich an den Giebeln und innerlich an und neben dem 
Gewölbe angebracht sind. Jene vier äussern Statuen sind, viel- 
leicht mit Rücksicht auf die Nischen, in denen sie stehen, in etwas 
steifer Haltung, dagegen die zwei senkrecht herabschwebentlen 
 S. das oben S. 173 Angeführte. 
 Hoc opus fecit Arnolfns  c-um suo socirv Petro. Eine Abbildung 
bei Aginc. sc. tab. 23, eine vollständigere in 10 Tafeln beider Schrift von Luigi 
Moresehi, Descrizione del tabernacolo  di S. P3010. Unma 1840. Vgl. die 
Anzeige von Reumont im Kunstbl. 1842 Nro. Q Ob (las ähnliche Taber- 
Ilikel in S. Cecilia, an welchem Ugonius den 'VÄ,IIY,I m-ryht mehr zu findenden 
Namen Arnolfqfs mit der Jahreszahl 1283 gele- 1; Lmerl will (vgl. Reumont 
ß- I-  von unserm Meister herrührt, kann dflhlllgtmttßllt bleiben; jeden- 
falls sind die Sculpturen daran roh und vernachlässigt. 
21 "Z
        

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