Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971634
die daselbst am Dome beschäftigten Lombarden und Deutschen sich 
über Italien verbreitet und so den Styl nicht bloss der Architektur, 
Sondern auch, wie er ausdrücklich hinzufügt, der Marmorwerke 
verbessert hätten. Allein, wenn es auch Wahr ist, dass die deut- 
schen Bildner den italienischen Vorgänger Niccolbis bedeutend 
übertrafen, und wenn man es auch ungeachtet des Widerspruchs 
italienischer Schriftsteller für wahrscheinlich halten darf, dass 
solche damals, schon Wegen ihrer Theilnahme an gothischen Bau- 
ten, häufig über die Alpen gekommen sein werdend), so giebt 
4') Italienische Schriftsteller haben, um die Deutschen zu beseitigen, 
die Behauptung aufgestellt, dass mit diesem Namen auch nur Italiener, 
nämlich die aus den Alpengegenden, bezeichnet worden (Cicognara III. 226], 
allein ihre Beweise für diese unwahrscheinliche Annahme sind unendlich 
schwach. Andrerseits aber sind die Fälle, wo Wir die Anwesenheit deutscher 
Künstler in Italien nachweisen können, überhaupt nicht sehr zahlreich, und 
meistens erst aus dem XIV. und XV. Jahrhundert. Auch jener bedeutende 
Bildner von Köln, von dem Ghiberti erzählt, und den Fr. K. im Kunstbl. 
1826 S. 302 mit Niccolö in Verbindung bringen will, gehört nicht, wie 
dieser und wie auch Cicognara a. a. 0. S. 232 annimmt, dem XIIL, sondern 
erst dem XV. Jahrhundert an. Denn der Papst Martin, unter welchem er 
starb, kann nach den sonstigen Angaben Ghibertils nicht Martin lV. 1281 
bis 1284, sondern nur Martin V., 1- 1431, sein. Bei dem Rodolfo Tedeschi und 
dem Magister Ramus filius Paganelli de partibus ultramontanis, welche in 
Siena 1258 und 1281 vorkommen (Rumohr I. 143], steht es noch dahin, 
ob ihre ultramontanen Väter auch Künstler gewesen waren. Vgl. übrigens 
die Aufzählung mehrerer deutscher Künstler bei Fiorillo G. d. z. K. in 
Deutschland II. 269. Ob die Kanzel in S. Gio. fuorcivitas bei Pistoja, wie 
Vasari im Leben des Gio. Pis. erzählt, von einem Deutschen oder, wie 
Ciampi aus Urkunden wissen will, von einem Lombarden stamme, mag dahin- 
gestellt bleiben, jedenfalls war dieser fremde Meister einSchiiler, nicht 
ein Lehrer des Nicc. Pisano. Indessen ist es sehr erklärbar, dass wir von 
der Anwesenheit deutscher Künstler (die selbst in ihrer Heimath ihre Namen 
nicht auf ihre Werke zu setzen pflegten) keine ausdrücklichen Nachrichten 
haben, während es durchaus wahrscheinlich ist, dass ebenso wie Meister 
Jacob, der Baumeister von Assisi, auch andre deutsche Steinmetzen den 
Weg hieher gefunden haben werden. Noch weniger als an Deutschen fehlte 
es an Lombarden. Schon die Brüder aus Piacenza, welche um 1196 die 
Erzthüren im Lateran gossen, sind ein Beweis wandernder lombardischer 
Künstler und noch häufiger werden Steinarbeiter der nördlichen Lombardei, 
wie zu allen Zeiten, so schon damals auch in diesen südlichen Provinzen 
ATbßit gesucht haben. Allein für den bedeutenden Bildner Andrea Lombardo. 
Welcher nach der Versicherung des Priofs Scapucci zu Pistoja (Fr. K. Kunstbl.
        

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