Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971493
Niccolb 
Pisano. 
305 
dass er sich verpflichtet, den Arnolfo und Lapo, seine Schüler 
und Gesellen (discipuli und famuli) zu gestellen und ausserdem 
einen andern Gesellen, der nicht näher bestimmt ist. Arnolf und 
Lapus müssen daher, obgleich in einem Abhängigkeitsverhält- 
nisse zu ihm, schon anerkannte Künstler gewesen sein, deren man 
sich versichern wollte. Dies Verhältniss Wird noch bemerkens- 
werther durch ein Instrument vom Mai 1267, in Welchem Niccolö, 
welcher nun mit den andern Gehülfen wirklich in Siena war, mit 
Erinnerung an die vertragsmässige Conventionalstrafe gemahnt 
wird, nun auch den Arnolfo zu gestellen. Dieser war also noch, 
ohne Zweifel im Auftrage Niccolffs, an einem andern Orte be- 
schäftigt, vielleicht selbst an der Arca zu Bologna. Endlich wird 
in diesem Contracte auch schon Niccolffs nachher so berühmter 
Sohn, Giovanni, erwähnt, aber noch als ein wenig bedeutender 
junger Mann; denn sein Vater wird nicht verpflichtet, sondern nur 
ermächtigt, ihn mitzubringen, und er erhält nur zwei Drittel des 
Tagelohns der Gesellen. Im November 1268 scheint die Arbeit 
vollendet und wir finden Niccolö urkundlich erst am 10. Juli 
1273 wieder, wo er sich zur Ablieferung eines Altars für den 
Dom S. Jacopo zu Pistoja verpflichtet, für den er auch im Novem- 
ber desselben Jahres eine bedeutende Abschlagszahlung erhält 
Endlich kommt er dann noch 1278 vor und zwar an dem grossen 
Brunnen von Perugia, wo die Inschrift ihn und seinen Sohn 
Giovanni nennt, und zwar mit dem guten Wunsche langer Ge- 
sundheitw) , der auf ein hohes Alter des Vaters hinzuweisen 
scheint. Auch mag dies seine letzte Arbeit gewesen sein, ob- 
gleich erst 1299 eine Erwähnung seines Todes nachgewiesen 
werden kann???) 
5') Förster a. a. O. S. 59. 
s") Die betreffenden Verse lauten also: 
Nomina sculptorum fontis sunt ista bonorum, 
Arte probatus Nicolaus ad officia gratus 
Est flos sculptorum gratissimus isqne proborum 
Et genitor; primus genitus carissimus imus. 
Oui si non dampnes nomen die esse Joannes 
Natus Pisani. Sint multo tempore sani. 
t") Vasarfs Annahme, dass er noch am Dome zu Orvieto 
habe (a. a. O. S. 268] ist unbezweifelt irrig. 
VII. 20 
gearbeitet
        

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