Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971440
300 
Anfänge 
italienischer 
Sculptur. 
lich von 1162 und 1166 k), die an den Kanzeln in S. Leo- 
nardo bei Florenz und in S. Bartolomeo bei Pistoja m) , die un- 
gefähr derselben Zeit angehören, die Friese des Bonus amicus, 
der, so ungeschickt er War, ausser Pisa auch in Mensano bei 
Siena arbeiteleMß), das Biduinus an S. Salvatore in Lucca und 
S. Cassiano bei Pisa, diese schon von 1180. Dazu kommen denn 
ein Fries mit Thiergestalteil an S. Bartolomeo zu Pistoja, der die 
Jahreszahl 1167 trägt, und Kanzelreliefs von 1193 in der Dorf- 
kirche zu Groppoli unfern dieser Stadt  Aber alle diese Bild- 
werke sind, obgleich nicht ohne einzelne Spuren von Gefühl, 
überaus roh und plump und ohne sichtbaren Fortschritt, während 
die Reliefs an den Erzthüren von Monreale bei Palermo, an denen 
sich der „Pisaner Bürger" Bonannus im Jahre 1187 ilennt, zwar 
besser geordnet, aber dafür dürftig componirt und steif sind  
Wir sebn daher noch das Schwanken zwischen dem Bestreben 
nach Ausdruck, das wegen des mangelhaften Verständnisses der 
Form rohe und formlose Bildungen hervorbringt, und dem Be- 
dürfnisse der Regelmässigkeit, das zur Steifheit führt, und können 
den Sculpturen des Benedict Antelanli oder gar denen des Tauf- 
brumrens zu Verona hier nichts Ebenbürtiges an die Seite stellen. 
Erst im Anfange des XIII. Jahrhunderts findet man Spuren all- 
mäliger Besserung. So an den Reliefs aus dem Leben des heil. 
'44) Rumohr I. 258 hat zwar die Aechtheit der Jahreszahlen bezweifelt, 
indessen wird ihre Glaubwürdigkeit durch andre Gründe bestätigt. Vergl. 
Tolomei, Guida di Pistoja, 1825. 
w") Die Jahreszahl 1250 in der am Fussgestell der Kanzel von Pistoja 
befindlichen Inschrift bezieht sich nur auf dieses, während die Reliefs der 
Brüstung älter sind. Vgl. Rmnohr a. a. O. S. 264. 
m") Der Fries mit Christus in der Glorie nebst den Evangelisten und 
David jetzt im Oamposanto zu Pisa hat genau dieselbe Inschrift, welche sich 
in der Kirche zu Mensano ausserhalb ihrer ursprünglichen Stelle findet; 
Opus quod videtis Bonus amieus Magister fecit. Pro eo orate (in Mensano: 
Oretis). Die Identität dieser Inschrift ist genügender Beweis für die der 
Person und zeigt, dass in diesem Falle der Künstler seine Inschrift mit- 
brachte, während sie in den meisten Fällen gewiss von den Geistlichen ver- 
fasst wurde. 
1-] Tolomei Guida S. 73. 
 Vgl. ausser der Abbildung bei Serradifalco, il duumo di Monfeale 
auch die zweier Felder bei Rosini St. d. P. I. S. 162.
        

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