Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971430
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entweder mit seinen Jungen beschäftigt ist oder frisst, das eine 
sogar , indem es sich an den Blättern des Kapitals vergreift. 
Ueberhaupt sind die Scenen in bemerkenswerther Weise in den 
Raum hineincomponirt, einige Male sogar mit Benutzung der ar- 
chitektonischen Details, z. B. bei der Verkündigung, WO die Con- 
solen des Bogenfrieses die Stäbe für einen Vorhang tragen, auf 
der Geburt, wo sie als Ständer für Ochs und Esel dienen, und an 
andern Stellen, wo sogar erscheinende Engel die Stelle der Con- 
Sole einnehmen. 
Aus welcher Schule dieser Meister hervorgegangen, ist 
völlig unbekannt. Das Architektonische nähert sich dem reichen 
romanischen Style Deutschlands, und selbst in den bildnerischen 
Motiven kann man Aehnlichkeit mit manchen deutschen Bildwer- 
ken dieser Zeit, etwa mit Reliefs in Bamberg finden. Allein so 
weit wie hier geht das klassische Element dort noch keineswegs, 
und wenn der Meister wirklich ein Deutscher war, hat er sich in 
Italien an byzantinischen oder antiken Werken weiter entwickelt. 
Noch weniger lässt sich eine Schule, die er hinterliess, trach- 
weisen; was sich in Verona selbst von gleichzeitigen Bildwerken 
findet, wie z. B. die beiden Ritter am Portale des Doms, von 
denen der eine sich durch die Aufschrift: Durindarda auf seinem 
Schwerte als Roland zu erkennen giebtd), ist roh und steif. 
In Toscana bemerken wir beim Beginn dieser Epoche, 
Wenn auch nicht höhere Leistungen, doch eine grössere Thätig- 
keit der Plastik. Pistoja, Lucca, Pisa nebst ihren Umgebungen 
haben eine ziemlich grosse Zahl von Bildwerken aus der zweiten 
Hälfte des XII. und dem Anfange des XIII. Jahrhunderts aufzu- 
Weisen, welche zum Theil durch Inschriften die Zeit ihrer Ent- 
Stehung oder den Werth darthun, den man künstlerischen Be- 
strebungen beilegte. Ich habe schon früher einige dieser Werke 
genanntem), weil sie geistig sich noch der vorigen Epoche an- 
schlossen, Meister Robert's Tauf hecken von H51 in S. Frediano 
Zll Lucca, die Reliefs des Gruamons und seines Bruders an 
S. Andrea und S. Giovanni fuor civitas von Pistoja . wahrschein- 
Ü Sehr kleine unzuverlässige Abbildgn. 
w] Band IV. Q, 561. 
bei Aginconrt S0. 
Taf. Q6 Nro.
        

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