Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971322
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Anfänge 
italienischer 
Kunst. 
Kunstleistungen, welche mit den zahlreichen, nach Tizians Ent- 
würfen durch die Brüder Zuccati ausgeführten musivischen Ge- 
mälden schliesst. Abgesehen von diesen tragen die übrigen 
sämmtlich mehr oder Weniger das Gepräge des byzantinischen 
Ursprungs. Zuerst kommt eine grosse Zahl solcher, welche den 
obenerwähnten der Zeit und dem Style nach nahestehen, und bei 
denen es nur die Gegenstände mit sich brachten, dass das antike 
Element zurücktritt. S0 die Scenen aus dem Leben Christi, Ver- 
suchung, Einzug, Abendmahl, Fusswaschung und Anderes in 
den Wölbungen und Kuppeln der Kreuzarme, das Bild des thro- 
nenden Christus zwischen Maria und S. Marcus über der Haupt- 
thüre im Innern und viele andre, die alle noch die schlanken lang 
gedehnten Gestalten und die feierlich-zierlichen Bewegungen bei-ß 
behalten. Dann kommt eine noch grössere Zahl, welche wie die 
Legenden der heiligen Petrus und Marcus in der Seitenapsis, die 
Engelchöre am Gewölbe des Baptisteriums und viele andre zu- 
folge der Lettern ihrer Inschriften und anderer Zeichen aus dem 
XIII. Jahrhundert und wahrscheinlich von Italienern oder bereits 
völlig acclimatisirten Griechen herrühren. Die Körperverhältnisse 
sind kürzer, die Umrisse stärker und mehr gradlinig gehalten, 
die Gewandfalten sparsamer und häufig paralell und senkrecht. 
die Bewegungen naiver und derber, die Gestalten selbst häufig in 
der Vorderansicht und mit einwärts gestellten Füssen. Aber da- 
bei kommen doch noch entschieden byzantinisirende Züge und 
einzelne antike Reminiscenzerl vor. WVieder andre, Wie z. B. das 
Leben Mariä und Josephs und die Wunder und 'l'haten Christi 
in den sßlllßllSßllllfßll des südlichen Kreuzarmes, haben, obgleich 
ihre veränderten Schriftzüge auf das Ende des XIII. Jahrhunderts 
hinweisen, wieder längere Formen und gehäufte Gewandfalten, 
so dass also der byzantinische Charakter wieder stärker hervor- 
tritt. Aber der Name des einzigen Künstlers, der sich hier wie- 
derholt trennt, „Vincentius Bft, lautet entschieden italienisch, so 
dass wir keine Ursache haben, eine neue und stärkere Einwande- 
rung byzantinischer Arbeiter anzunehmen. Dieser byzantinisirende 
Styl scheint sich bis in das XIV. Jahrhundert erhalten zu haben, 
und sogar noch im Anfange des XVI. Jahrhunderts finden wir 
hier Mosaicisterntvelche sich bewusster Weise dem byzantinischen
        

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