Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-971288
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Anfänge 
italienischer 
Kunst 
Aufgaben ausser Zweifel setzenß). Der Erzguss scheint von 
römischen Künstlern damals nicht geübt zu sein, denn bei den 
einzigen Beispielen desselben aus dieser Zeit in Rom bei den bei- 
den Erzthüren im Baptisterium des Laterans, die eine an der 
Sacristei ohne Bildwerk, die andre aber mit einer Gestalt der 
Jungfrau, von steifer Haltung, aber kräftiger und nicht unwür- 
diger Körperbildung, ergeben die Inschriften die Zeit um 1196 
und als Verfertiger zwei Lombarden, den Meister Ubertus mit 
seinem Bruder Petrus aus Piacerlza  Das bedeutendste plasti- 
sche YVerk dieser Zeit in Rom ist von Holz, die Thiire von 
S. Sabina, welche in vielen, durch vortrefflich geschnitzte Ara- 
besken umrahmten Feldern Geschichten des alten und neuen 
Testaments enthält, die recht lebendig und ausdrucksvoll, aber 
ganz abweichend von dem Style der gleichzeitigen Wandmalerei in 
kurzen, derben, selbst etwas plumpen Figuren dargestellt sindwk). 
Möglicherweise ist auch sie das Werk eines Norditalieners-l-j 
und jedenfalls steht sie in ihrer überhaupt in Italien ungewöhn- 
lichen Technik ganz vereinzelt da und übte keinen weitem Ein- 
fluss aus. Ohne Zweifel gab es in Rom zahlreiche byzantini- 
sche Kunstwerke, wie bekanntlich die Thüren von St. Paul, 
und manche 'l'afelgemälde und selbst einige Mosaiken des 
 1') Eine sehr schlechte Abbildung bei Oiampini, Vet. Mon. I. 25. Beschr. 
Roms III. 1, 455. Dieser Nicolaus de Angele, der hier mit einem Gehülfen 
sich nennt, auf dessen unleserlichen Namen es nicht ankommt, arbeitete laut 
Inschrift am Chore von S. Bartololneo all" Isola im Jahre 1180 und scheint 
der Sohn jenes Angelus gewesen zu sein, der 1148 am Ciborium von S. Lo- 
renzo f. I. m. arbeitete. Rumohr a. a. O. I. 269. 
M] Aginccurt Sc. Tab. 21 Nro. 7. Beschr. Roms III., 543 u. 536. Vgl. 
die Inschriften bei Rumohr I. 266, richtiger als bei Cicognara IV. 395. 
 Abbildungen bei Agincourt Sc. Tab. 22. Der Papst Coelestin, welchen 
die Inschrift im Marmor der Thüreinfassung nennt, ist zwar nach den Gründen, 
welche die Beschr. Roms III. 1, 412 mittheilt, nicht (wie Rnmohr I. 273 
annahm) Coelestin III. (1191-1198), sondern der sehr viel ältere Coelestin I. 
als Stifter der Kirche. Allein auch dem Style nach wird man die Arbeit 
gegen 1200 setzen müssen. 
1') Indessen ist zu bemerken, dass auch in den Abruzzen (namentlich 
in Aquila) viele  vorkommen und an der Kirche S. Pietro 
zu Alba fucese sogar die Thürtlügel ähnlich, wenn auch minder gut wie in 
S. Sabina, mit in Holz geschnitzten Reliefs aus ungefähr gleicher Zeit ge- 
schmückt sind. Schulz, Unteritalien II. 71 und Tab. 63.
        

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