Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-970826
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Italienische 
Gothik. 
lage noch das Gepräge ihrer Gründung im Jahre 1233, von der 
die Inschrift, unter der Reiterstatue des Podestä Oldrado sprichttt). 
Am besten erhalten ist die Loggia degli Osi vom Jahre 1316, 
drei Stockwerke, die beiden unteren mit fünf offenen, theils rnnd-, 
theils spitzbogigen Hallen, das obere mit Bildnischen. Aehnliche 
Gebäude wie jene Broletti, also offene, von allen oder doch von 
zwei Seiten zugängliche Hallen mit Amtslocalien darüber, finden 
sich in Cremona und in Piacenza, von denen besonders der 
Palazzo publico der letzten beider Städte, inschriftlich vom Jahre 
1281, vielleicht das schönste dieser Art ist. Die Halle, aus fünf 
hohen, auf kräftigen Pfeilern ruhenden Bögen bestehend, ist in 
Quadern, das Obergeschoss mit sechs überaus reich verzierten 
und verinöge ihrer breiten Einrahmung dicht aneinanderstossenden 
Fenstern, mit Bogenfries und Zinnen in Backsteine-n erbaut ist). 
In Cremona ist ausser dem einfachen, schon 1245 erbauten und 
1581 restaurirten Palazzo publico der sogen. Palazzo de? Giure- 
consulti von 1292 zu nennen, ein dem Palast von Piacenza sehr 
eng verwandter Bau. Sehr zierlich ist die Loggia de' M er- 
eanti in Bologna, deren offene Halle zur Börse, das obere Ge- 
schoss aber als Sitz des Handelsamtes diente. Indessen hat sie 
statt der einfacheren Formen jener Stadthäuser den völlig ausge- 
bildeten italienisch-gothischen Styl des XIV. Jahrhunderts, zu 
dessen vollendetesten Beispielen sie gehört. Die Pfeiler sind nach 
dem Vorbilde der toscanischen Schule pilasterartig mit geglieder- 
ten Ecken und hohen Kapitälen versehn, die Bögen sogar mehr 
als gewöhnlich durchbildet, die oberen Fenster schlank und zwei- 
theilig mit durchgefuhrtem Spitzbogen, alle in Backstein, aber mit 
sehr reicher Ornamentatioir. Von den grossen Palästen, welche 
die reiche Stadt im XIII. Jahrhundert bauen liess, ist der des 
Podestä später völlig erneuert, der del Publico eine schwere 
"Ü Sie schliesst den Ruhm dieses Oldrado de Trezeno, den sie "Schutz- 
herrn und Schwert des Glaubens" nennt, mit dem naiven Verse: Qui solium 
struxit, catharos nt debuit uxit (der die Halle erbaute und die Ketzer, 
wie seine Schuldigkeit war, verbrannte). Eine schlechte Abbildung bei 
Hope t. 56, eine etwas bessere der im Texte genannten Loggia degli Osi bei 
Chapuy m. a. mon. Nro. 353. 
 Osten Taf. 19. Runge Beiträge II. Q0, T2. Gally Knight II. 30. 
Hope Q4.
        

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