Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-970815
Bologna 
und 
die 
Lombardei. 
237 
Bogenfelde und von einer reich protilirten Einrahmung umgeben. 
In den nordöstlichen Gegenden heisst solche Anlage Brolettoit) 
und findet sich fast in jeder Stadt. So in Monza laut Inschrift 
schon von 1293 in schlichter, aber edler Form mit hohen Pfeilern 
der zweischifligen spitzbogigen Halle, mit theils halbkreisförmigen, 
theils spitzen dreitheiligen Fenstern und einem schlanken Thurme, 
der auf der einen Ecke angebracht grade die Hälfte des Giebels 
fortnimmt, so dass sich die andre an ihn anlehnt. In Como ist 
er mit kurzen achteckigen Pfeilern unter hohen und schweren Ka- 
pitälen, aber mit wechselnden Lagen rothen und gelben Marmors, 
mit Balkonen und Rundbögen heiter geschmückt, Wahrscheinlich 
auch aus dem XIII. Jahrhundert. Noch jünger, aber doch noch 
gothisch ist der von Bergamowc), während der von Brescia 
im Anfange des XVI. Jahrhunderts in sehr reizender Früh- 
renaissance erneuert ist. Dagegen ist hier noch in der Nähe des 
Broletto ein grosser alter öffentlicher Palast von mehreren Stock- 
werken sehr strengen Styls mit spitzbogigen und kreisförmigen 
Fenstern. wohl noch aus dem XIII. Jahrhundert erhaltentcäiü]. 
Eine höchst interessante Anlage ist die Piazza de' tribunali oder, 
wie sie auch genannt wurde, de' mercanti in Mailand, ein ver- 
schliessbarer durch sechs (jetzt noch fünf) Thore zugänglicher 
Platz, von keinesweges sehr grossem Umfange, welcher das ganze 
öffentliche Leben vereinigte, die Amtslocalien der Consuln und 
des Podestä mit einer Loggia zu Verkündigungen an das unten 
versammelte Volk, die Gerichtssäle, das Zimmer der Notare, die 
Gefängnisse u. s. w. Auch die Börse der Kaufleute hatte hier unter 
einem Porticus ihre Stelle. Der grössere Theil dieser Gebäude ist 
in spätem Jahrhunderten mehr oder Weniger verändert, aber eine 
ziemliche Zahl mittelalterlicher Sculpluren und architektonischer 
Anordnungen ist noch erhalten und jedenfalls trägt die ganze An- 
Brolo oder Bruolo, welches, zu- 
 Brüh], einen Grasplatz oder die 
versammelte, und. die dann später 
ß) Wie ich vermuthe von dem Worte: Brolo 
Sammenhängend mit dem deutschen Worte: Brüh], 
Wiese bedeutet, auf welcher das Volk sich versam: 
zum wohlgepflasterten Marktplatze wurde. 
w) Vgl. über alle drei Street a. a. 0. p. T28, 
WCh bei Hope t. 57. Chapuy m. a. pitt. 103. 
k") Street p. 6B. 
232, 
Gomo 
VOII 
Der
        

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