Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-970684
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Italienische 
Gothik. 
Ueber den Werth des kolossaleii Gebäudes wird man ziem- 
lich einig sein. Die Anlage ist eine sehr regelmässige, nordischen 
Anschauungen entsprechende, ein fünfsehiffiges Laiighaus mit 
quadraten Seitengewölben von halber Mittelschilfbreite, dann ein 
breites, dreischiftiges Kreuzschiff, auf seinen Frontseiten mit klei7- 
nen Conchen, endlich der Chor mit drei Seiten des Achtecks und 
einem gleichen Umgaiige schliessend. Dies alles in mächtigen, 
dem Kölner Dome entsprechenden Dimensionenij macht einen 
bedeutenden, aber doch keineswegs den erhabenen Eindruck, wie 
unsere nordischen Münster. Hauptsächlich liegt das an den ver- 
änderten Höhenverhältnissen, indem die Seiteiischilfe nicht wie 
dort sämmtlich gleicher Höhe, sondern nach der Mitte ansteigend 
sind, so dass das bedeutend hohe dem Mittelschiff nächste Seiten- 
scliilf nur Baum für kleine Oberlicliter von unschöner Form lässt. 
Das Innere ist daher sehr viel weniger beleuchtet und macht nicht 
den klaren, durch feste 
_Ä"X Gegensätze bedingten 
 e ä Eindruck, den wir dort 
4   empfangen. Aber auch 
 N "i wenn das Auge sich an 
  diese Dunkelheit ge- 
 sx   ) igchnt hat und auf das 
x j  iiizeliie eingeht, wird 
X ' xlglß] es mehr beleidigt als 
  erfreut. Aucli hierüber- 
XxV   all der Mangel an klaren 
"Eäxifyfjp? f; kräftigen Gegensätzen. 
Ahlww  Die Pfeiler sind zwar 
Dom zu Maüam reich gegliedert, mit 
 Das Mittelschiff bei 52 Fuss Weite 146 hoch, die beiden Seiten- 
schitfe (wie der Pfeilerabstand] 22 Fuss im Lichten und das innere 96, das 
zweite 74 hoch. Die ganze innere Länge 448 Fuss 6 Zoll, die innere Höhe 
der Kuppel 201 Fuss 6 Zoll, die äussere ihrer Spitze 339 Fuss 6 Zoll. Ab- 
bildungen des Innern und Aeussern sehr häufig, bei Wiebeking Taf. 27, 41, 
57, 61, 69, Agincourt 41, BÖ, 68, 70. Gally Knight II. 37, 38. Chapuy 
moy. age mon. Nro. 225, m. a. pitt. 111, 145. Kugler Atlas Taf. 57. (Artariaj) 
Description de 1a cath. de Milan, M. 1823. 4. Die ästhetische Würdigung 
sehr gut bei Burkhardt, Cicerone S. 1128 und in Lühkäs Gesch. d. Arch. S. 49T-
        

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