Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-970357
Der 
Dom 
V01] 
Siena. 
191 
liehen Theilen des Gebäudes erklärt werden. Man fuhr also fort, 
aber vielleicht mit Unterbrechungen und sparsamen Mitteln; denn 
im Jahre 1333 wurde beschlossen, die Mauern vorläufig nur in 
Ziegeln zu bauen und nur so einzurichten, dass man sie später 
mit Marmor bekleiden könneä). Indessen, wenn nun auch die 
Anhänger des ersten Erweituixgsplanes denselben durchgesetzt 
hatten, War doch auch jener Gedanke der Errichtung einer neuen 
Kirche, den die Verfasser des Gutachtens von 1322 aufgestellt 
hatten, nicht verloren gegangen, und es tauchte nun ein neuer 
Plan auf, der alle bisherigen an Grossartigkeit übertraf. Man be- 
schloss nämlich im August 1339, zwar jenen früheren Ver- 
grösserungsbau (opus novum jam inceptum) sorgfältig und ohne 
Unterbrechung zu vollenden, zugleich aber einen andern neuen 
Vergrösserungsban zu beginnen, und zwar durch ein neu zu 
erbauendes Schiifäiä), welches auf dem Felsplatean des Domes 
sich der Länge nach bis zum Platze der Manetti erstrecke. Zum 
Zwecke dieses neuesten Baues rief man einen Bürger der Stadt, 
der sich aber schon lange in Neapel aufhielt, den Goldschmidt 
und Baumeister Lando (Orlando) herbei, und schritt, nachdem er 
im Januar 1340 eingetroffen war, sofort am 2. Februar zur 
Grllndsteinlegtlng. Der Beschluss von 1339 lässt sich nicht näher 
über das V erhältniss dieses neuen Schiffes aus, er bezieht sich, 
wie gewöhnlich, auf die gemachten und durch Zeichnungen oder 
Modelle versinnlichten Vorschläge, welche „von grosser Schön- 
lleit und Nützlichkeit und Geräumigkeit" seien, aber es ist schon 
an sich klar, dass dieses neue Schiff nicht eine Verlängerung des 
alten sein konnte, da dies die Zerstörung der bereits im Wesent- 
lichen vollendeten Fagade vorausgesetzt hätte und auch sonst 
nach der Localität nicht möglich war, und aus dem sogleich näher 
zu erwähnendeil Gutachten von 1356 geht hervor, dass das neue 
Schiff seine Richtung nach der bereits bestehenden Kuppel des 
alten Domes nehmen und dieser ihm als Querschilf dienen sollte. 
 Ehe man dazu schritt, erforderte man über die Ausführharkeit dieses 
Vorschlages ein Gutachten von zwölf Meistern, es scheint also, dass diese 
nachher in Italien so sehr gebräuchliche Verfahrungsweise damals noch neu war. 
H] Quod navis dicte ecclesie de novo fiat et extendatur longitudo 
dicte navis per planum See Marie versus plateam Manettorum. Rumohr S. 135,
        

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