Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-970235
S. Maria 
del 
Fiore 
ZU 
Florenz. 
179 
Florenz, wie man aus den prachtvollen Anfängen des von ihm 
begonnenen Gebäudes sehen könne, den schönsten und reichsten 
Tempel zu erhalten hoffe, den es in Toscana gebe  Arnolfo 
starb im Jahre 1310 und hinterliess das Werk noch weit von 
der Vollendung M). Nach seinem Tode wurde kein neuer 
Obermeister bestellt, und die Operarii betrieben die Sache lässig, 
duldeten sogar, dass das zugesagte Geld zu den vielen andern 
unternommenen öffentlichen Bauten verwendet wurde. Erst seit 
1330, wo man den Consuln der Weberzunft, die von Alters her 
in einer Beziehung zum Dome stand, die Leitung überliess, kam 
wieder Leben hineinmwh), und bald darauf wurde nun auch endlich 
Wieder ein Obermeister bestellt, und zwar kein geringerer, als 
Giotto. Die Bestellungsurkunde v. 12. April 1334 ist so charakteri- 
stisch für die Stellung, welche die Kunst schon damals einnahm, 
dass sie wohl nähere Erwähnung verdient. Die Stadtvorstände 
erwägen nämlich darin, dass solche Bauunternehmungen nicht 
ehrenvoll und würdig vorschreiteu könnten, wenn nicht ein sach- 
verständiger und berühmter (expertus et famosns) Mann an 
die Spitze gestellt werde. Da nun, heisst es weiter, auf der gan- 
zen Erde keiner gefunden werde, der hierzu wie zu vielen an- 
ii) Gaye I. 445      considerato quod idem Magister Arnolphus est 
capud magister laborerie operis eccl. beate Reparate majoris eccl. florent. et 
quod ipse est famosior magister et magis expertus in hedificationibus eecle- 
siarum aliquo alio, qui in vicinis partibus eognoscatur, quod per ipsius in- 
dustriam, experientiam et ingenium commune et populus florent. ex magnitico 
et visibili principio dicti operis, inchoati per ipsum Mag. Amolfum habere 
sperat venustius et honorabilius templum aliquo alio, quod sit in partibus 
Tuscie etc. 
 Vasari nennt 1300 als sein Todesjahr und lässt ihn dennoch das Werk 
bis zur Ueberwölbung der drei Tribünen unter der Kuppel leiten. Eine 
Notiz im Necrologium des Doms ergiebt nun zwar, dass er erst 1310 starb 
(s. d. Anm. d. Herausgeber zu Vasari I. 255), allein auch da war der Bau ge- 
wiss noch lange nicht so weit, wie dies die sogleich zu erwähnenden urkund- 
lichen Nachrichten ergeben. 
wird!) Vgl, bei Gaye a. a. O. S. 452, 454. die Notizen 1101x1318 111161319 über 
die Stockung des Baues. Dass dann 1330 den Consulibus artificum lanae der 
Auftrag geworden ad aedificandum et complendum hoc opus, bezeugt eine bei 
Molini a. a. O. abgedruckte Marmorinschrift am Dome, auch ist im Zunftbuche 
der Weber zum Jahre 1331 der Wiederanfang des seit mehreren Jahren Unter- 
brochenen Baues vermerkt (Molini p. 10]. 12g
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.