Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-970176
Arnolfo 
di 
Cambio. 
173 
sari, der ihm eine eigne Biographie gewidmet hat, nennt ihn 
Arnolf o di Lapo, den Sohn jenes Deutschen, der in Assisi gear- 
beitet und bei seiner Uebersiedlung nach Florenz seinen Namen 
Jacobus in die dort übliche Form Lapo übersetzt habe. Die Ur- 
kunden lassen aber keinen Zweifel, dass er der Sohn eines ge- 
wissen Cambio und in Colle di Val diElsa, allerdings wie Vasari 
richtig vermuthete um 1232, geboren war, und neuere Forschun- 
gen gestatten uns, seinen Lebenslauf ziemlich genau zu verfolgen. 
Im Jahre 1266 War er gemeinschaftlich mit jenem Lapo, den 
Vasari mit dem Jacobus zusammengeworfen hat, Geselle des 
Niccolö Pisano, welcher bei Uebernahme der Kanzel zu Siena 
beide dorthin mitzunehmen versprach. Indessen muss er schon 
ziemlich selbstständig gewesen sein, da er anfangs nicht erschien 
und seinem Meister eine amtliche Mahnung zuzog, ihn zu gestel- 
len; später nahm er jedoch, wie eine Quittungsurkunde ergiebt, 
an den Arbeiten Theil. Jener Lapo, dann ein gewisser Donato, 
ebenfalls Schüler Niccolöis, und ein dritter Florentiner, Goro, 
liessen sich bewegen, in Siena zu bleiben und das Bürgerrecht 
anzunehmen. Arnolfo dagegen zog weiter und scheint in Rom 
und auch wohl in Neapel gearbeitet zu haben. Denn im Jahre 
1277 wandte sich die Commune von Perugia, welche damals 
ihren grossen Brunnen durch die Hände des Niccolö und Gio- 
vanni mit reichen Sculpturen schmückte, an König Karl mit der 
Bitte, dem Meister Arnulfus „von Florenz" die Rückkehr zu ihnen 
behufs dieser Arbeit zu gestatten. Entweder hatte er also schon an 
derselben Theil genommen oder sein alter Meister, der ihn am 
liebsten zum Gehülfen wollte, hatte die Sache eingeleitet und mit 
ihm verabredet. Der König antwortete zustimmend, und zwar 
mit der Wendung, dass er seinem Geschäftsträger in Rom den 
Auftrag gegeben habe, ihn zu entlassen de). Er kam indessen nicht, 
wenigstens wird er in der weitläuftigen Brunneninschrift bei der 
Anführung sämmtlicher Mitarbeiter nicht genannt, und scheint 
noch längere Zeit in Rom geblieben zu sein, da sich hier und in 
der Ümgegentl mehrere in der Geschichte der Plastik näher zu 
 „Vicario et camerario suo in Urbe." Diese Urkunde bei 
Unteritalien, V01. IV. Nro. 128; die andern bei Milanesi I. 145-154. 
auch die Anmerkungen der Herausgeber des Vasari I. 249 ff. 
Schulz 
Vergl.
        

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